Nur leiser Jubel nach Sieg

Thomas Wildenauer (am Boden) kriegt sich nicht ein vor Freude über seinen Treffer zum 2:0. Josef Rodler (Schütze zum 1:0), Rafael Wodniok und Ralph Egeter (von links) gratulieren. Die SpVgg SV Weiden zwang den Bayernliga-Spitzenreiter VfB Eichstätt mit 3:1 in die Knie. Bild: A. Schwarzmeier

Den Spitzenreiter geschlagen, aber der Jubel hielt sich beim Schlusspfiff in Grenzen: Der 3:1-Sieg der SpVgg SV Weiden über den VfB Eichstätt wurde von einer schweren Verletzung des Gästetorwarts überschattet.

Weiden. (mr/af) Die folgenschwere Szene passierte knapp 20 Minuten vor Schluss. VfB-Torhüter Jonas Herter und SpVgg-SV-Angreifer Ralph Egeter prallten nach einem Flankenball zusammen. "Ich habe ihn an der Stirn erwischt", beschrieb Egeter die unglückliche Szene. Auch der Stürmer ging zu Boden, schüttelte sich kurz und konnte weitermachen.

Jochbeinbruch

Für Herter hatte der heftige Körperkontakt dramatische Folgen. Er zog sich einen Bruch der Jochbeinhöhle zu. Zudem brach sich der Keeper den Kiefer an drei verschiedenen Stellen. Notarzt und Sanitätswagen waren im Einsatz, brachten ihn ins Weidener Krankenhaus. Noch am Abend wurde er mit dem Hubschrauber ins Regensburger Klinikum geflogen, wo er heute operiert werden soll. Erst nach knapp einer Dreiviertelstunde konnte die Partie zu Ende gebracht werden.

Alle 22 Spieler standen aber die restlichen 18 Minuten sichtlich unter Schock. Wie auch die Beteiligten außen. "Man ärgert sich über das Ergebnis", sagte Eichstätts Trainer Markus Mattes leise. "In erster Linie ist es aber wichtig, dass es Jonas bald wieder besser geht." Die besten Genesungswünsche gab es auch von Weidener Seite.

Zum Sportlichen: Eine halbe Stunde lang sahen die rund 420 Zuschauer ein zähes Ringen um die Vorherrschaft auf dem Platz. Mit Vorteilen für die Heimelf. Während Weiden mit spielerischen Mitteln den Weg zum gegnerischen Tor suchte, vertraute der Gast zunächst auf eine kompakte Defensivarbeit.

Rodlers 9. Treffer

Die Grundordnung der Oberbayern hielt bis zur 31. Minute: Da drang Michael Riester von rechts in den Strafraum ein. Dominik Wolfsteiner wusste sich nicht anders zu helfen und fuhr dem Weidener in die Beine. Den fälligen Strafstoß verwandelte Josef Rodler mit ein bisschen Glück, da Herter noch mit der Hand am Ball war. Es war Rodlers 9. Saisontreffer.

Und Weiden legte nach. Vier Minuten später kam Thomas Wildenauer aus 14 Metern halbrechter Position in Ballbesitz, sein abgefälschter Schuss senkte sich zum 2:0 ins obere Toreck. Der optimalen Chancenverwertung des Gegners hatte Eichstätt nicht viel entgegenzusetzen. Der Tabellenführer blieb in Halbzeit eins ohne klare Tormöglichkeit.

Die SpVgg SV wackelte an diesem Nachmittag nur in der Viertelstunde nach der Pause. Nur etwa 30 Sekunden nach Wiederanpfiff segelte eine Bogenlampe in den Weidener Strafraum, Atdhedon Lushi nahm den Ball direkt aus 14 Metern und verkürzte zum 1:2. Plötzlich wankte die Weidener Defensive, für Entlastung wurde kaum gesorgt. "Dominik hat uns da im Spiel gehalten", sagte Trainer Tomas Galasek. Keeper Forster reagierte drei Mal sehr gut, zudem visierte Thomas Wildenauer einmal die Latte des eigenen Tores an. "Nach dem Tor sind wir ein bisschen ins Schwimmen gekommen", gab auch Ralph Egeter zu.

Graf zur Entscheidung

Allmählich sorgten aber er und seine offensiven Nebenleute wieder für mehr Entlastung. In der 64. Minute vergab Josef Rodler noch eine große Konterchance, aber nur drei Minuten später fiel die Entscheidung. Nach einem Foul an Michael Riester im Halbfeld brachte Rafael Wodniok den Ball in den Strafraum. Stefan Graf verlängerte die Kugel zum 3:1 ins Tor (67.).

Danach folgte für die Spieler und Zuschauer die Schrecksekunde in Minute 72. Die restliche Spielzeit nach der Unterbrechung brachten beide Parteien, ohne sich gegenseitig weh zu tun, über die Bühne.
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