Nur noch Leere nach dem Fehlschuss

Als sich Johannes Scherm im Elfmeterschießen den Ball schnappte, auf dem Punkt zurechtlegte und Anlauf nahm, glaubte er noch fest an einen glücklichen Ausgang. "Ich habe mir eigentlich wenig Druck gemacht und war ziemlich sicher, dass ich treffe", berichtet der Verteidiger der SpVgg SV Weiden.

Selbstzweifel habe er nicht verspürt, eher eine "gewisse Vorfreude" mit dem möglichen DFB-Pokal-Einzug im Hinterkopf. Ganz bewusst habe er den gegnerischen Torwart ausgeblendet und sich bei seinem Schuss auf die rechte Torecke konzentriert. "Die hatte ich mir vorher ausgesucht", erzählt Scherm. Jedoch hatte der 20-Jährige das Pech, dass in Yannik Öttl der gleiche Gedanken hochkam. Der Unterhachinger Keeper tauchte nach links unten, machte sich lang und wehrte den Ball ab.

"Ich habe mir das Ganze nochmals im BFV-TV angesehen. Es war ja von mir nicht so schlecht geschossen", meint Scherm. Aber auch nicht so gut, dass das Leder den Weg ins Tor fand. Scherm: "Danach hatte ich keinen Gedanken im Kopf, da ging mein Blick nur noch ins Nichts." Nachfolgend trat der Hachinger Lucas Hufnagel zur Exekution an und verwandelte seinen Versuch: 5:6 im Elfmeterschießen, der Weidener Traum von DFB-Pokal war geplatzt. Die "riesengroße Enttäuschung" zwang Scherm auf den Boden, wo er erst mal langgestreckt darniederlag.

Als er endlich wieder aufstand, spendeten die Teamkameraden jede Menge Trost. Vorwürfe an den Fehlschützen gab es keine. "Das rechne ich ihnen hoch an", sagt der Abwehrspieler. So frustrierend das Negativerlebnis auch war - Scherm will positiv damit umgehen: "Ich werde versuchen, aus der Enttäuschung neue Energie und Motivation zu ziehen."
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