Nur noch Pokalfinale im Blick

Die Liga ist abgehakt, die Konzentration gilt völlig dem Pokal: Nach der 3:4 (0:1)-Heimniederlage gegen den kommenden Meister SV Viktoria Aschaffenburg hat sich für die SpVgg SV Weiden das Aufstiegsrennen auch rechnerisch erledigt.

Weiden. (lst) Nach dem gleichzeitigen 4:0-Erfolg des FC Amberg gegen den TSV Neudrossenfeld steht fest, dass der Oberpfälzer Rivale und die Unterfranken die ersten beiden Plätze in der Bayernliga Nord unter sich ausmachen werden.

Die gastgebende Elf von Trainer Christian Stadler, die personell derzeit am Krückstock geht, bot Aschaffenburg lange Zeit kämpferisch Paroli, musste aber die spielerische Überlegenheit der Gäste neidlos anerkennen. "Am Ende war es ein verdienter Sieg der Viktoria. Sie hatte mehr Ballbesitz und einfach viel mehr Chancen", gestand Weidens Coach nach dem Schlusspfiff ein. Sein Kollege, Ex-Profi Slobodan Komljenovic, analysierte die spannende Partie genauso: "Über die 90 Minuten gesehen war es ein verdienter Erfolg. Das war ein riesengroßer Schritt Richtung Meisterschaft."

Während der SV Viktoria personell aus dem Vollen schöpfen konnte, musste Stadler auf Thomas Schneider (Zerrung), Johannes Scherm (Rückenprobleme), Martin Schuster (Wadenverletzung) und Stefan Graf (Bänderverletzung) verzichten - vier Leistungsträger, was die SpVgg SV nicht ohne Weiteres kompensieren konnte. Raphael Wodniok und Michael Drechsler durften deshalb von Beginn an ran. Auf der Auswechselbank saßen mit Tomislav Galovic, Maximilian Geber und Benjamin Burger lediglich drei Akteure

Führung durch Freistoß

Aschaffenburg hatte von Beginn an zwar mehr Spielanteile, doch die SpVgg SV machte geschickt die Räume eng. Auf Torraumszenen der Gastgeber mussten die Zuschauer bis zur 29. Minute warten. Einen Pass von Andreas Wendl nahm Christoph Hegenbart aus, hämmerte das Leder aber aus 20 Metern in die Wolken. Nur 120 Sekunden später zog Raphael Wodniok am Strafraum ab. Seinen Schuss lenkte SV-Torwart Stefan Steigerwald zur Ecke. Zuvor hatte sich Björn Schnitzer (25.) durchgekämpft, fand aber mit seinem Schuss aus 16 Metern in Forster seinen Meister. Eine Standardsituation musste für die Führung des Spitzenreiters herhalten. Nach einem Foul von Peter Schecklmann trat Schnitzer zum Freistoß an: Aus 20 Metern zirkelte er den Ball unhaltbar für Foster über die Mauer hinweg ins Netz (35.). Und wenn Johannes Gerhart (38./40.) bei seinen Möglichkeiten etwas genauer gezielt hätte, wäre für den Tabellenführer zum Seitenwechsel sogar eine höhere Führung möglich gewesen.

Der Gast stellte im zweiten Durchgang früh die Weichen auf Sieg. Zwar hatte Ralph Egeter (53.) per Kopf die Chance zum 1:1, doch der Ball strich knapp über die Latte. Besser machte es Florian Pieper 120 Sekunden später mit seinem 2:0. Die SpVgg SV steckte nicht auf: Bei einem Freistoß von Friedrich Lieder stieg Egeter am höchsten und nickte zum 1:2 (63.) ein. Die Freude über den Anschluss dauerte nur zwei Minuten an. Erneut Schnitzer, stellte mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her. Weiden warf alles nach vorne, dabei lief man in einen Konter, den Simon Schmidt verwertete (77.). Die SpVgg SV verkürzte durch Egeter (80.) und ein Eigentor von Mike Kirchner (89.) nochmals auf 3:4, mehr sollte aber nicht mehr herausspringen.

"Wir wünschen den Weidenern den Sieg im Toto-Pokal, den haben sie sich verdient, und uns den Aufstieg", so Komljenovic. Stadler dagegen meinte: "Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln, und dass die Verletzten wieder in den Kader zurückkehren. Hier hat Stefan Graf die besten Chancen, bei allen anderen stehen sie 50:50. Für uns gibt es nur ein Ziel - das Pokalfinale."
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