Nutzung ist der beste Schutz

Reinhard Wiesend, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft, und Revierleiter Martin Gottsche (von links) waren auch bei der abschließenden Informationsveranstaltung in Eschenbach die Referenten. Bild: rn

Sehr starke Bäume bergen das Risiko von Stammfäule in sich. Diese Erfahrung von Fachleuten nahmen die Teilnehmer an einem Vortragsabend der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) mit nach Hause.

Vorsitzender Markus Heining appellierte zum Abschluss der Informationsveranstaltungen im Gasthof "Weißes Roß" an die Waldbesitzer, etwas für ihren Wald zu tun. Die Rahmenbedingungen seien gut. Als Berater und Helfer in Sachen Holz und Waldbewirtschaftung seien die Forstbetriebsgemeinschaft und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das ganze Jahr über kompetente Ansprechpartner.

Mit der Situation auf dem Holzmarkt befasste sich FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesent. Als positiv wertete er es, dass die heimischen Wälder von Sturmschäden verschont geblieben seien und sich der Käferbefall in Grenzen gehalten habe.

Preise wieder erholt

Negativ auf den Holzpreis hätten sich allerdings verstärkte Rundholzlieferungen aus Windwurfgebieten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Osteuropa ausgewirkt. Zusätzlich hätten Slowenien und die Slowakei auf den Markt gedrückt. "Der Holzmarkt ist international", folgerte Wiesent. Im zweiten Quartal habe es daher Preissenkungen um bis zu acht Euro pro Festmeter gegeben. Der Geschäftsführer berichtete von einer Erholungsphase im dritten Quartal, in dem für Fichtenlangholz der Kategorie 2 B 96 bis 100 Euro und für Kieferlangholz 78 bis 82 Euro pro Festmeter gezahlt worden seien. Diese Preise gingen für ihn in Ordnung. "Wir sollten Holz machen, um zu verhindern, dass unsere Wälder immer älter werden", lautete dann sein Appell. Als Negativbeispiel nannte er eine Fällaktion an "sehr starken Bäumen", die auf den ersten vier Metern faul gewesen seien.

Für die jährlichen Submissionen, die "Schaufenster der Region", hielt Wiesent die Witterung noch unpassend. Als möglichen Zeitpunkt nannte er Januar 2015. Die Waldbesitzer rief er auf, dafür vorgesehene Stämme anschauen zu lassen und dann erst zu fällen. Abschließend gab er den Mitgliedern einen Leitspruch mit: "Wir können die Wälder nicht besser schützen, als sie zu nützen."

Maßnahmen absprechen

Auf den Stand des Waldförderprogrammes der Staatsregierung für Waldumbau, Naturverjüngung, Erstaufforstung, Jungbestandspflege und Wiederaufforstung ging Revierförster Martin Gottsche ein. Er informierte auch über die Förderbeträge und -zuschläge. Wichtig sei, Maßnahmen stets vorab vor Ort mit dem Revierleiter zu besprechen. Förderanträge nach erfolgter Pflanzung könnten nicht berücksichtigt werden.

Für Januar 2015 kündigte FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesent schließlich einen "Waldbaulichen Spaziergang" an und für die Jahreshauptversammlung am 27. Februar 2015 unter anderem Änderungen der Satzung und des Wirtschaftsjahres.
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