Nutzung ja, Rodung nein

Erneut ein Diskussionspunkt im Marktrat war der Schutzwald zwischen Hydraulik-Schlögl und der Feistelholzsiedlung. Bilder: Völkl (2)

Ein Thema, das erneut für Aufregung sorgt: Die Firma Schlögl und der Schutzwald zur Feistelholzsiedlung. Die Info sollte eigentlich nichtöffentlich behandelt werden, kam aber dann auf Antrag von Marianne Schieder im öffentlichen Teil der Marktratssitzung zur Sprache.

Wernberg-Köblitz. (cv) In der Januar-Sitzung hatte der Marktrat definitiv erklärt: Es wird keine Bebauungsplanänderung zugunsten einer Betriebserweiterung und zu ungunsten des Waldstreifens, der die Feistelholzsiedlung abschirmt, geben. Der Unternehmer hatte die Pläne, einen Teil des Waldes zur Erweiterung zu nutzen, öffentlich kund getan - allerdings ohne je einen Antrag auf Bebauungsplanänderung einzureichen. Es gab also keinen Antrag, doch die im Fall des Falles betroffenen Anlieger gingen auf die Barrikaden. Der Marktrat griff dann von sich aus das Thema auf.

Nur in Absprache

Zwei Tage nach der Sitzung erklärte der Unternehmer gegenüber dem Bürgermeister, dass er keinen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes stellen werde, allerdings den Wald, den er erworben hat, nutzen werde. Die Wurzelstöcke sollten als Erdwall aufgetürmt werden, informierte Butz das Gremium über das Gespräch. Von seiten der Verwaltung wurde das Forstamt eingeschaltet. Demnach ist die wirtschaftliche Nutzung durch den Waldbesitzer generell erlaubt, ein Entfernen der Wurzelstöcke wäre hingegen eine Rodung und folglich verboten. Die Forstbehörde verwies zudem auf die Schutzfunktion des Waldes bei Stürmen, der Rechnung getragen werden müsse. Bäume dürften nur in Absprache mit der Forstverwaltung entnommen werden. Den Aussagen der Forstverwaltung schloss sich die Untere Naturschutzbehörde an. Marktrat Vitus Bauer hätte sich hier ein stärkeres Einschreiten erwartet.

Ist der Schutzwald Bestandteil des Bebauungsplanes? Elisabeth Weidner regte an, sich bei der Rechtsaufsichtsabteilung des Landratsamtes Klarheit zu verschaffen. Laut Bürgermeister Butz und Verwaltungsleiter Stefan Falter handelt es sich um eine Absichtserklärung, eine schriftliche Festsetzung wie in einem Grünordnungsplan. Marianne Schieder war angesichts des neuerlichen Ansinnens des Unternehmers "nahezu "sprachlos". Er habe von Anfang an gewusst, dass er am gewählten Standort nicht unbegrenzt erweitern könne und größter Wert auf die Abschirmung der Wohnbebauung gelegt werde. Nur unter der Bedingung, den Schutzwald zu erhalten, sei die Genehmigung erteilt worden. Nun wolle er davon nichts mehr wissen.

Um deutsch zu lernen

Dann Themenwechsel: 26 Asylbewerber aus dem Kosovo, aus Albanien und Syrien leben seit kurzem in Wernberg-Köblitz. Sie sind in Häusern im Weiherner Weg, in der Weidener Straße und in der Bergstraße untergebracht. Marktrat Konrad Kiener erkundigte sich nach den Initiativen es von seiten der Kommune. Bürgermeister Butz erinnerte daran, dass sich eine Runde aus Vereinsvertretern und sozial tätigen Organisationen gebildet hat. Inzwischen ist die Marktgemeinde auch in Kontakt mit vier Helfern, die Deutschunterricht geben werden. Kontakte wurden auch zur Volkshochschule Nabburg geknüpft, die Deutschkurse in ihrem Programm anbietet. Für den Schulunterricht kann unterstützend einer der pensionierten Deutschlehrer gewonnen werden. Räume für Kleiderspenden gibt es in der alten Schule. Der Kreis, welcher der Marktgemeinde in der Betreuung der Asylbewerber zur Seite steht, trifft sich am 25. Februar erneut, um konkrete Initiativen zu besprechen.

Inzwischen liegt auch der Bescheid des Landratsamtes in Sachen "Bärenwirt" vor: Die Behörde hat die in einer Bauvoranfrage beantragte Nutzungsänderung des Besitzers - eine Umgestaltung des Hauses am Marktplatz in ein Wohnheim für Asylbewerber - genehmigt. Es sah keine sachlich-fachlichen Gründe, die gegen das Projekt sprächen. Der Marktrat hatte im Vorfeld das gemeindliche Einvernehmen mit Hinweis auf den fehlenden Umgriff und die Lage direkt an der stark frequentierten Durchgangsstraße abgelehnt. Laut Bürgermeister Butz ist nach der genehmigten Bauvoranfrage bisher noch kein Bauantrag bei der Gemeinde eingegangen.
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