Obmann Willi Hirsch feiert 60. Geburtstag - Noch voller Energie
Schiedsrichter aus Leidenschaft

Willi Hirsch. Bild: hfz
Weiden/Floß. (af) Wer sich als Schiedsrichter auf den Fußballplätzen Respekt verschaffen will, darf kein zartbesaitetes Gemüt haben. Eine feste Stimme und sicheres Auftreten sind von Vorteil, Unparteilichkeit und Konsequenz ein absolutes Muss. Einer, der diese Befähigungen in hohem Maße auf sich vereint, ist Willi Hirsch. Der 60. Geburtstag, den der Obmann des Fußballkreises Amberg/Weiden, am Donnerstag, 8. Oktober, feiert, ist für ihn längst kein Grund, um kürzer zu treten. "Die Schiedsrichterei macht mir immer noch viel Spaß", sagt der Stabsfeldwebel im Ruhestand. "Ich bin voller Energie."

Wie es sich für einen jungen Burschen gehört, jagte Hirsch bereits als Kind dem runden Leder hinterher. "Ich war Linksaußen bei meinem Heimatverein SV Floß", erinnert er sich. Aber die Fußballer-Karriere endete als Jugendlicher abrupt. Eine Knieverletzung zwang ihn Anfang der siebziger Jahre, die Fußballstiefel an den Nagel zu hängen.

Mehr als 15 Jahre sollten vergehen, ehe Hirsch wieder zu seiner Lieblingssportart zurückfand. Im Jahr 1987 entschloss er sich, "ab und zu ein Spiel zu pfeifen". Dabei blieb es nicht. Binnen kürzester Zeit stieg er zunächst in die Bezirksliga auf, wenig später folgte die Berufung in die Landesliga. Zwei Jahre lang assistierte er bei Regionalligaspielen an der Seitenlinie. Just in jene Zeit fiel sein einziges Negativerlebnis bei einem Bayernligaspiel zwischen dem TSV 1860 München und FC Memmingen. "Ich war damals Assistent von Walter Hofmann. Nach dem Schlusspfiff mussten wir in die Kabine flüchten, weil den Sechzigern einige Entscheidungen nicht gepasst haben." Nach einem Kosovo-Einsatz zog Hirsch einen Schlusstrich unter seine Einsätze auf Verbandsebene: "Seitdem pfeife ich nur noch im Kreis."

Und nicht nur das. Bereits 1994 wollte ihn der damalige Kreisschiedsrichter-Obmann Erich Reil als seinen Nachfolger verpflichten. Der gebürtige Flosser winkte ab, schlüpfte angesichts familiärer Verpflichtungen (fünf Kinder) lediglich in die Rolle des Stellvertreters von Heinz Sauerhammer. Aufgeschoben war nicht aufgehoben: Zwölf Jahre später übernahm Hirsch dann doch den Chefposten bei den Schiedsrichtern. Seitdem steht er nicht nur den Weidener Referees vor. Von 2006 bis 2010 und erneut seit 2014 ist er auch der Obmann für den vereinigten Kreis.

Seine wichtigste Aufgabe für die Zukunft sieht der Flosser in der Nachwuchsgewinnung. "Im Teilkreis Weiden haben wir 300 Schiedsrichter, davon pfeifen aber höchstens 140. Das reicht nicht." Allerdings, das gibt er zu, haben es die Männer in Schwarz angesichts des umfangreichen Regelwerks nicht einfach. "Die Anforderungen sind gestiegen", weiß Hirsch. Einen Wunsch hat der Jubilar zum Wiegenfest: "Wenn jeder unserer Vereine fünf oder sechs Schiedsrichter im Einsatz hätte, wäre das toll."
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