Offen sein für Rot und Schwarz

Schüler können selbst Trinkwasser abzapfen. Bild: Völkl

Rote Dächer waren lange Zeit das Credo für landschaftsgebundenes Bauen. Doch der Zeitgeschmack hat sich geändert.

Pfreimd. (cv) Im Baugebiet "Mahdwiesen" in Weihern soll ein neues Wohnhaus entstehen. Die Antragsteller wollen jedoch von Richtlinien des Bebauungsplanes befreit werden. Das Dach des neuen Domizils soll anthrazit sein. Der relativ alte Bebauungsplan im betreffenden Gebiet sieht jedoch rote Dächer vor. Daran haben sich die hier wohnhaften Hausbesitzer auch gehalten. Doch soll das ein Credo für alle Zeiten sein oder können Ausnahmen zugelassen werden? Der Stadtrat befasste sich in seiner Sitzung mit dem Thema.

Mit Photovoltaik überlagert

Für Rupert Schichtl macht es angesichts der auf den Dächern installierten Photovoltaikflächen mittlerweile keinen Unterschied mehr, ob ein Dach rot oder schwarz eingedeckt ist. Günther Strehl plädierte dafür, in allen Baugebieten offener zu sein. "Ich stimme in diesem Fall schwarz zu", so der "rote" SPD-Stadtrat. Der Befreiung vom Bebauungsplan wurde im Einzelfall zugestimmt.

Nächstes Thema: eine Korrektur der Gemeindegrenzen zwischen Pfreimd und Wernberg-Köblitz. Bei einem privaten Grundstücksverkauf trat die Diskrepanz zutage. Es geht um 400 Quadratmeter, die Pfreimd an Wernberg-Köblitz abgibt. Rupert Schichtl stellte die Frage nach der Kostenerstattung, und Dritter Bürgermeister Hubert Betz sah es ebenfalls nicht ein, den Grund kostenlos zu überlassen. Verwaltungsleiter Bernhard Baumer hatte vorgeschlagen, im Sinne gut nachbarschaftlicher Beziehungen so zu verfahren. Der Beschluss fiel mit drei Gegenstimmen.

Aus der "Nichtöffentlichen" gab der Verwaltungsleiter Beschlüsse des Stadtrates bekannt. Demnach wird dem Investor des Windparks Pamsendorf ein Teil der Pfreimder Ökopunkte (Ausgleichsflächen) verkauft. Auch weitere Details wie die Sicherung der Wasserversorgung wurden fixiert (wir berichteten). Die Stadt nahm das Schwandorfer Unternehmen Sieber unter Vertrag. Es soll bei Rohrbrüchen, die außerhalb der regulären Arbeitszeit des Bauhofes passieren, tätig werden.

Projekt Wasserspender

Stadtrat Mirko Hägler ging auf eine Aktion des Elternbeirats der Landgraf-Ulrich-Schule ein. Es wurde ein Wasserspender angeschafft, an dem die Kinder Trinkwasser in eigene Flaschen abfüllen können. Die Eltern haben nun einen Brief erhalten, wonach die Kinder beziehungsweise Eltern dafür pro Monat einen Euro zahlen sollen. "Das sollte die Stadt übernehmen", meinte Mirko Hägler. Stadtrat Klaus Summer wollte erst einen Überblick über die Kosten haben. Die Schule zählt 270 Schüler. Rupert Schichtl hätte sich gewünscht, dass man im Vorfeld auf die Stadt zugegangen wäre. Die Stadt - Ansprechpartner wäre eigentlich die Verwaltungsgemeinschaft - wird sich nun erst näher über das Projekt informieren.

Die derzeit amtierende Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins teilte noch mit, dass der Kinderhort mängelfrei abgenommen worden sei. Die Kosten für die Erweiterung betrug knapp 50 000 Euro. Im nächsten Jahr ist ein "Tag der offenen Tür" geplant.

Die Stadt mitentwickelt

Dr. Mertins kam nochmals auf die Verleihung der kommunalen Verdienstmedaille in Schwandorf zu sprechen, bei der auch ehemalige Pfreimder Stadträte ausgezeichnet wurden. Sie nannte die Eckpunkte ihrer Tätigkeit. Georg Holzgartner war nahezu 30 Jahre Stadtrat und unter anderem zwölf Jahre CSU-Fraktionssprecher. Gisela Hösl war 24 Jahre als CSU-Stadträtin tätig, fungierte zwölf Jahre als Zweite, sechs Jahre als Dritte Bürgermeisterin. Josef Hägler - 24 Jahre im Stadtrat, zwölf Jahre CSU-Fraktionssprecher - machte sich als Dreh- und Angelpunkt der Werbegemeinschaft und des Gewerbeverbandes einen Namen. Ebenfalls 24 Jahre engagierte sich Martha Schönberger (FW) im Stadtrat. Sie war zwölf Jahre Dritte Bürgermeisterin, 18 Jahre Fraktionssprecherin und 19 Jahre Büchereileiterin. Hans Menzl (CSU) wurde für 18 Jahre Stadtratstätigkeit und Mitarbeit im Büchereikuratorium ausgezeichnet. "Die Stadt kann sich glücklich schätzen, dass so engagierte Persönlichkeiten an ihrer Entwicklung mitgearbeitet haben", betonte Dr. Mertins.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4091)November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.