Offene Gräben

Für die meisten mehr ein Ärgernis als ein idyllischer Bachlauf: Der Marktrat kann nicht verstehen, dass der Franzosengraben als Gewässer dritter Ordnung eingestuft ist und folglich nicht verrohrt werden darf. Bilder: Völkl (2)

Stehendes Wasser, viele Mücken: Für die Anwohner ist der Franzosengraben mehr Ärgernis als Idylle. Abhilfe könnte nur geschaffen werden, wenn er nicht mehr als Gewässer dritter Ordnung - als Bach - eingestuft wäre. Davon will das Wasserwirtschaftsamt nichts wissen.

Wernberg-Köblitz. (cv) Mehrere Anlieger drängen auf eine Verrohrung des Franzosengrabens in der Ausiedlung. Doch auch nach einem Vorstoß der Gemeinde beim Wasserwirtschaftsamt bleibt die Behörde dabei: Der Franzosengraben sei ein Gewässer dritter Ordnung. Verrohrungen könnten nur genehmigt werden, wenn er alternativ um die Siedlung herumgeführt werde und der bisherige Graben nur noch für Niederschlagswasser genutzt oder verfüllt wird, so das Statement der Behörde.

Das hieße Grunderwerb, Planfeststellungsverfahren, Kosten. "Warum besteht das Wasserwirtschaftsamt darauf?", wollte Gerhard Bäumler wissen. "Der Graben ist eine künstlich geschaffene Niederschlagswasseranlage, die Kriegsgefangene mit Pickeln und Schaufeln geschaffen haben", stellte Marianne Schieder fest. Für Dritten Bürgermeister Georg Schlögl ist es "ein offener Drainagegraben". Man müsse alles tun, damit sich die Einstufung ändere, so Maria Schlögl.

Neuer Vorstoß

Bürgermeister Georg Butz befürwortete, sich an die übergeordnete Stelle zu wenden. Die Verwaltung wird nun an höherer Stelle prüfen lassen, ob der Franzosengraben als Entwässerungsgraben gewertet wird.

Etliche Aufträge wurden vergeben. Bei der Ortskernsanierung in der Weidener Straße sind jetzt die Metallbauer an der Reihe. Handläufe an den Betonwänden, Geländer an der Zugangsrampe zum Friedhof, die Tür zum Felsenkeller und zum Friedhof sind zu fertigen. Der Auftrag ging für 57447 Euro an den wirtschaftlichsten Bieter, die Alois Auer GmbH Ebermannsdorf. Die Städtebauförderung beträgt 60 Prozent.

Geld fließt in Brunnen

Tiefer in die Tasche greifen muss der Markt für die Bohrung des neuen Trinkwasserbrunnens und den Rückbau von Brunnen II. Die Marquardt GmbH aus Haßfurt verlangt netto 250 053 Euro und liegt damit etwas unter der Kostenschätzung. Im Industriegebiet West fehlt noch die Feinasphaltdecke. Das Unternehmen Markgraf aus Bayreuth verlangt 80 673 Euro. Das ist die Hälfte der geschätzten Kosten. Die Oberbauverstärkung der Ortsdurchfahrt in Alletshof übernimmt Huber Rötz für 65 880 Euro - 150 00 Euro über der Schätzung. Diese Firma baut auch den Brandltrattweg in Schiltern für 99 092 Euro.
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