Ohne jedes Maß

Die Mitglieder des Bundes Naturschutz kritisieren die ihrer Meinung rücksichtslose Planung der Staatsstraße 21 54. Das etwa 1,6 Kilometer lange Teilstück zwischen Flossenbürg und Silberhütte wird in drei Abschnitten ausgebaut.

Floß. (hfz) Durch die Aufteilung in drei Bauabschnitte habe das Straßenbauamt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) umgehen können, monierten die Umweltschützer. Eine UVP sei erst bei über zehn Hektar Fläche vorgeschrieben. "Mit findiger Planung und der Aufteilung in drei Einzelbaumaßnahmen blieben die Beamten des Bauamtes Amberg-Sulzbach jeweils darunter", beklagte der Bund in seiner Versammlung. Der wahre Flächenverbrauch liege aber deutlich höher.

Trick mit drei Abschnitten

Laut einem NT-Bericht vom 5. Juni 2012 stamme die Idee der Aufteilung in drei Bauabschnitte von der CSU-Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer und vom ehemaligen Landrat Simon Wittmann. Der erste Abschnitt über 500 Meter von der Silberhütte bis zum Brückl wurde im Herbst 2012 ausgebaut. Im Jahr 2013 folgte der Abschnitt von Flossenbürg 600 Meter gerade durch den Wald. In den Haushaltsjahren 2014 und 2015 kam es zum letzten Teilstück, das am meisten wertvolle Natur vernichtet habe. Die aktuelle Baustelle zeige, in welcher Dimension Naturflächen zerstört wurden.Auf dieser wertvollen Wald- und Quellmoorfläche hatten die Mitglieder des BN Floß eine Bestandsaufnahme gemacht. Sie ist im Internet einzusehen.

Die Maßnahme treffe empfindlich den Lebensbereich von Arnika, Siebenstern, Grausegge, Fettkraut und Bergmolch, Kreuzotter, Grasfrosch, Bergeidechse, Waldameise, Braunauge, Baumweißling, kleiner Schillerfalter, Rapsweißling, Perlmutterfalter, C-Falter, Waldschachbrett, früher Adonislibelle, zweigestreifter Quelljungfer, Plattbauch, kleiner Moosjungfer und anderer Arten. Als Wildarten kämen dort Rothirsch, Wildschwein, Hase, Fuchs und Reh vor.

Ausgleich fehlt

Die Naturschützer fürchten, dass das Bauamt Amberg-Sulzbach mit dem neuen und letzten Bauabschnitt den Flächenverbrauch und die Naturzerstörung nochmals steigert. Der dritte Bauabschnitt, der heuer ansteht, gebe zu schlimmsten Befürchtungen Anlass. "Dieser übertriebene Flächenverbrauch ist für eine Straße auf der täglich nur etwa 250 Fahrzeuge fahren nicht angemessen", hält die Gruppe um Vorsitzenden Manfred Wiedermann fest. Die gesetzlich vorgeschriebene Eingriffsminimierung werde vom Bauamt Amberg Sulzbach anscheinend ignoriert. Auch Ausgleichsmaßnahmen seien nicht vorgesehen.

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Die BN-Analyse im Internet: http://www.bund-naturschutz-floss.de
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