Ohne Kapelle geht es nicht

Damit der gemeinsame Wunsch Wirklichkeit wird, packten viele freiwillige Helfer mit an: Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit wurde Anfang Mai 1975 die Maria-Hilf-Kapelle in Münchsreuth geweiht. Am Sonntag wird Jubiläum gefeiert. Bild: nil

Sie ist ein Wahrzeichen und der Mittelpunkt des Dorfes: die am 4. Mai 1975 geweihte Maria-Hilf-Kapelle in Münchsreuth. Ihr 40-jähriges Bestehen ist ein Anlass zu feiern - und zurückzublicken. Denn Münchsreuth ist ein sehr alter Ort und hatte sehr frühzeitig schon ein Gotteshaus.

Der genaue Zeitpunkt seiner Errichtung und seines Abbruchs ist jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Pater Benedikt vom Kloster Speinshart hat im Zuge seiner Nachforschungen vor 20 Jahren festgestellt, dass die alte Kapelle an der Kreisstraße, die vielen noch in Erinnerung ist, bereits eine Vorgängerin hatte, die wahrscheinlich im Zuge der Säkularisation abgebrochen worden war.

Der Wunsch der damaligen Einwohner, dass die Ortschaft wieder eine Kapelle erhält, wurde 1836 erfüllt. Das kleine Gotteshaus war eingerahmt von sechs mächtigen Linden, bot aber nur vier Personen Platz. Die zunehmende Technisierung und Modernisierung ging auch an Münchsreuth nicht spurlos vorbei. Deshalb musste die alte Kapelle 1972 im Zuge der Verbesserung der Verkehrssituation und des damit verbundenen Straßenbaus abgebrochen werden.

Auch diesmal reifte bei den Einwohnern rasch der Wunsch, dass Münchsreuth wieder ein Gotteshaus braucht. Schon im Oktober 1973 wurde am Standort des früheren Gefrierhauses mit dem Bau begonnen. Die freiwilligen Helfer führten die Arbeiten so zügig aus, dass bereits am 4. Mai 1975 mit einem großen Fest die neue Kapelle mit zirka 50 Sitzplätzen eingeweiht wurde - auch ein äußeres Zeichen des Zusammenhalts der aktuell über 110 Mitglieder zählenden Dorfgemeinschaft.

Rute, das heutige Münchsreuth, wurde 1181 in einem Schutzbrief von Papst Alexander III. erstmals erwähnt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden bei der Gründung von Kloster Speinshart zu dessen Versorgung die landwirtschaftlichen Anwesen von Münchsreuth mit herangezogen. Durch die Mönche ist das Dorf auch zu seinem heutigen Namen gekommen - von Rute über Mönchsreuth zu Münchsreuth.

Ein besonderes Verhältnis hatte der derzeit 35 Häuser umfassende Ort der Klosterdorfgemeinde Speinshart immer zu Oberbibrach, zu dessen Expositur er gehört. Seit undenkbaren Zeiten ist der Friedhof in Oberbibrach auch Begräbnisstätte für die Verstorbenen des Dorfes.

In der geschichtlich noch sehr jungen Gemeinde Speinshart hatte Münchsreuth übrigens lange das Sagen: Denn der Ort hatte ursprünglich mehr Einwohner als Speinshart. Schon 1791 hat es in Münchsreuth 28 Anwesen gegeben.
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