Ohne Moidln, aber mit Baum

Auf eine zünftige Kirwa stießen Bürgermeister Erwin Geitner (Dritter von links) mit Schützenmeister Franz Piller, Kirwa-Chef Josef Spies, Getränkelieferant Walter Mocker sowie SV-Vorsitzenden Arthur Flierl und dessen Stellvertreter Timmy Grunewald (von links) an.

Kirwamoidl haben sie keine. Da möchte man sie fast bemitleiden, die Vilshofener. Und sei es nur, weil normalerweise weibliche Hände den Baum zum Fest schmücken. Den haben die Vilshofener. Und es fanden sich auch Hände, die ihn mit Bändern bestückt haben.

(sön) Die Vilshofener verstehen es, zu feiern. Ihre 32. Kirchweih ging am Wochenende - zwar kleiner, aber richtig zünftig - ausgerichtet von Sportverein und Schützengesellschaft wieder am Sportheim über die Bühne. "Die drei Platterten" spielten am Abend auf, als Bürgermeister Erwin Geitner gekonnt das erste Fass anzapfte.

Weil die Vilshofener auch wissen, dass a Kirwa ohne Baum einfach nix is, stellte Toni Meier mit kräftigen Mannsbildern am Nachmittag wieder einen auf. "Rund zehn Meter ist er lang", behauptete Meier, "aber für eine kloane Kirwa passt a a kloana Baum." Der Spitzbuschen wurde, "da ma koa Kirwamoidln ham," von "zierlichen" Männern mit weißen und blauen Bändern geschmückt. "Hauruck" und "schiabts a" kommandierte Meier. Vier Mann sicherten den Baum durch ein Seil, acht stemmten ihn mit Spickern in die Höhe, bis er ins Loch rutschte und verkeilt werden konnte. Eine knappe halbe Stunde dauerte das. Damit grüßt heuer im dritten Jahr ein Kirwabaum vom Pfarrberg über das Vilstal.

Nach dem Bieranstich am Abend zeigte sich Schützenmeister Franz Piller als Repräsentant von Schützen- und Sportverein erfreut, dass zahlreiche Gäste gekommen waren. Bürgermeister Erwin Geitner fand es sehr gut, "dass Sport- und Schützenverein die Tradition der Vilshofener Kirwa aufrechterhalten." Er dankte deshalb allen Helfern, "ohne die nichts ginge". Zum Anzapfen benötigte er gerade zwei Schläge. Dann stießen Bürgermeister, Vorsitzender Arthur Flierl und dessen Stellvertreter Timmy Grunewald für den Sportverein, Schützenmeister Franz Piller und Kirwa-Chef Josef Spies mit Getränkelieferant Walter Mocker auf ein gutes Gelingen der Kirchweih an. "Die drei Platterten" sangen von den Bergvagabunden und das mit einer Lautstärke, wie sie früher üblich war - dass ma se halt a nu unterhalten ko.

Nach dem Gottesdienst am Sonntag war Frühschoppen am Pfarrheim angesagt. Am frühen Nachmittag bauten fleißige Frauen Kuchentheken auf, der Kaffee dampfte in den Kannen. Für die Mannsbilder gab's natürlich ein frisches Bier. Dazu spielte Bayrisch-Böhmisch Blech zünftig auf - "a richtig guade Kirwamuse", wie zu hören war.

Am Kirwamontag aber ging es für alle gstandnen Vilshoferer ab 10 Uhr weiter mit dem traditionellen Frühschoppen.
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