"Ohne übermäßigen Druck"

Ausgerechnet vor dem Topduell gegen den SV 08 Auerbach kassiert die DJK Waldbüttelbrunn ihre erste Niederlage in der Handball-Bayernliga. Die setzt die Unterfranken gewaltig unter Zugzwang und bietet den verlustpunktfreien Oberpfälzern eine "einmalige Chance".

Die 30:37-Niederlage in Unterhaching war die Überraschung des vergangenen Spieltages. DJK-Trainer Karoly Kovacs hat dafür eine einfache Begründung: "Wir waren im Kopf einfach ein Spiel weiter." Dem Spiel am Samstag, 29. November, um 19.30 Uhr in der Ballsporthalle gegen Spitzenreiter SV 08 Auerbach. Dass die bis dahin stärkste Abwehr mit 37 Gegentreffern nach Hause geschickt wurde, lag nach Meinung des 46-jährigen Ungars daran, "dass bei uns niemand nur annähernd Normalform erreicht hat."

Zum Jubiläum der Titel

Kovacs und sein Team wurden in der vergangenen Saison hinter dem TuS Fürstenfeldbruck Zweiter. Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum soll es nun der Titel sein. Und lange Zeit sah es danach aus, als ob nur der Drittliga-Absteiger SV 08 Auerbach die Unterfranken würde stoppen können. Spieltag für Spieltag feierten beide Mannschaften teils deutliche Siege und lagen in der Tabelle Kopf an Kopf an der Spitze. Dabei konnte sich Kovacs vor allem auf seine Abwehr um Christian Häckner verlassen. Der 28-jährige Defensiv-Spezialist kehrte vor Saisonbeginn nach einem halbjährigen Aufenthalt in Neuseeland zurück. Dazu wurden Kreisläufer Matthias Grünert (21) vom HC Erlangen II, Rechtsaußen Lutz Lukas (22) vom HSC 2000 Coburg II und Torhüter Max Feuerbacher von der A-Jugend der DjK Rimpar verpflichtet.

Breiter Kader

"Waldbüttelbrunn hatte schon letztes Jahr ein ausgeglichenes Team und hat sich vor der Saison noch einmal deutlich verstärkt. Dadurch haben sie mindestens zwölf fast gleichwertige Spieler, die jederzeit ohne Leistungsabfall eingewechselt werden können", warnt Auerbachs Spielertrainer Tobias Wannenmacher. Dass die Kovacs-Truppe sehr ausgeglichen ist, zeigt auch die Torstatistik. Hinter Spielmacher Manuel Feitz (26), der mit 60 Treffern die interne Liste anführt, rangieren alleine fünf Akteure mit mindestens 30 Toren. Unter ihnen Mittelmann Joszef Szentgyörgyi (30) mit 35 Toren. Der Ungar, der in seiner Heimat bereits Erfahrungen in der 1. Liga und im Europapokal sammeln konnte, ist seit 2011 Kopf des Teams.

"Der Druck ist eindeutig auf Seiten der DJK", sagt Wannenmacher vor dem Gipfeltreffen. "Nach der Niederlage muss Waldbüttelbrunn gewinnen, wenn sie den Anschluss nicht abreißen lassen wollen. Wir hingegen haben eine einmalige Chance, ohne übermäßigen Druck unseren Vorsprung auszubauen und danach relativ beruhigt ins Derby gegen Sulzbach und in die Winterpause zu gehen." Der Auerbacher Trainer kann wieder auf Felix Müller zurückgreifen, der gegen Bayreuth noch geschont wurde. "Ob es für einen Sieg reicht, werden wir sehen. Allerdings brauchen wir dafür auch die Unterstützung unseres Publikums. Ich hoffe, dass möglichst viele blau-weiße Fans dabei sind." Ein Wunsch, der durchaus in Erfüllung gehen könnte, denn laut Manager Peter Hackenberg hat sich ein ganzer Bus mit Fans angemeldet (Abfahrt 15.30 Uhr).

SV 08 Auerbach: Tor: Walzik, M. Müller. Feld: Tannenberger, Weiss, Wannenmacher, Lux, Schnödt, Herold, Schmidtke, Schramm, F. Müller, Wolf, Schöttner.
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