Ohren und Herzen öffnen

Zu kleinen Schritten in Richtung Frieden rief der Chor "Laudate" bei seinem Benefizkonzert am Vorabend des 19. April mit Liedern, Gedanken und Gebeten die Besucher in der Pfarrkirche auf. Bild: ewt

15 Leute in schwarz-gelber Kleidung stehen im Mittelpunkt, Parkplätze sind nur noch schwer zu finden, die Zuschauer spenden stehende Ovationen: Nein, es geht nicht um ein Fußballspiel von Borussia Dortmund - die Rede ist vom Benefizkonzert des Chores "Laudate".

"Wir reden viel vom Frieden in dieser friedlosen Zeit": Diese Liedzeile könnte als Motto gedient haben. Mit Cajon, Gitarre, Keyboard, Gesang und Texten zum Nachdenken gestaltete die Gruppe den Vorabend eines historischen Datums. Denn am Vormittag des 19. April 1945, also vor 70 Jahren, kamen bei der Bombardierung von Oberbibrach fünf Dorfbewohner und ein Soldat aus Berlin ums Leben.

Krieg - ein Thema, von dem man meinen sollte, dass es lange her ist. Aber die vergangenen Wochen habten etwas anderes gezeigt: IS im mittleren und Nahen Osten, Boko Haram in Nigeria, Anschläge auf jüdische Einrichtungen, Entführung und Ermordung von Christen, der andauernde Konflikt in der Ukraine, der grausame Krieg in Syrien oder die vielen tausend Flüchtlinge.

Wegschauen dürfe man nicht, warnte Irene Walter, die Leiterin des Chores, beim Konzert am Samstagabend in der Pfarrkirche: Denn es gehe um Menschen. Mit Liedern und Gedanken, aber vor allem dem Gebet wolle die Gruppe ein Zeichen gegen alle Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit setzen.

Lieder wie "Wagt euch zu den Ufern", "Hallelujah", "Wo ich auch stehe" oder "Gib mir die richtigen Worte" lösten Gänsehaut aus. Bei den Fürbitten von Pater Adrian Kugler und am Ende der Veranstaltung waren die Zuschauer zum Mitsingen eingeladen. Und bei Michael Jacksons "Heal the world" war niemand mehr zu halten - stehende Ovationen und minutenlanger Applaus beendeten das Benefizkonzert.

Die Besucher waren zu Spenden aufgerufen: Denn die Auswirkungen des Krieges Ende der 1990er Jahre im ehemaligen Jugoslawien sind bis heute spürbar. Durch Hans Karl aus Kirchenthumbach wurde der Chor "Laudate" auf die Familie Stiblo in Kroatien aufmerksam, die von schlimmen Schicksalsschlägen getroffen worden ist. Um einen ersten Schritt gegen die Grausamkeit in der Welt zu tun, war es möglich, sie finanziell zu unterstützen.
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