Opas Werkstatt neu aufpoliert

Der goldene Meisterbrief, den Johann Georg Kohl 1928 verliehen bekam, hängt an der Wand. Wenn der Haring-Wonger jetzt hereinkäme, könnte er gleich mit der Arbeit loslegen. Seine Werkstatt sieht fast wie neu aus.

Drei Jahre Arbeit steckte Hildegard Kohl in die Renovierung ihres 300 Jahre alten Anwesens. Ihr Cousin Georg Schmidt unterstützte sie tatkräftig. Das Ergebnis zeigten sie vielen Neugierigen an einem Tag der offenen Tür.

Das Schmuckstück des Hauses stellt die komplett eingerichtete Wagnerwerkstatt dar. Fachkundige Besucher bewunderten vor allem die voll funktionstüchtige Bandsäge. Für alle wurde sichtbar, wie hart und mit welch einfachen Werkzeugen Handwerker früher arbeiten mussten.

Viele Unterlagen des Großvaters Johann Georg Kohl sind zu sehen. Zum Beispiel die "Conten- und Auftragsbücher" von 1910. Der Leser erfährt daraus, dass der Wagner seine Bier- und Leiterwägen bis nach Gaisheim lieferte. Ortsheimatpfleger Horst Pirner gefiel besonders ein roter Schlitten mit einem Lenker, auf dem sechs Kinder Platz haben.

Die Wagnerwerkstatt diente aber nicht nur der Arbeit: Hier wurde auch musiziert. Der letzte Wagner Georg Kohl traf sich mit seinen Freunden Jakob Fischer und Philipp Luber zu gemütlichen Abenden. Heute noch trägt das Anwesen den Hausnamen Haring-Wonger nach dem ehemaligen Beruf der Besitzer.

Ganze Scharen besichtigten das historische Gebäude und seinen romantischen Innenhof. "Ich möchte das Haus mit Leben erfüllen", sagt Hildegard Kohl. Ihr sei es wichtig, Altes zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher möchte sie auch mit dem Königsteiner Tourismusverein zusammenarbeiten und Führungen durch die Wagnerwerkstatt anbieten.
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