Opfer von Krieg leben unter uns

Am renovierten Kriegerdenkmal in Oberndorf gedachten Stadtpfarrer Konrad Amschl (Dritter von rechts) und Bürgermeister Werner Nickl (vorne) der Gefallenen und Vermissten der Stadt Kemnath. Bild: jzk

Eine Woche vor dem eigentlichen Volkstrauertag gedachten die Gläubigen in der Oberndorfer Filialkirche der Toten und Vermissten beider Weltkriege. Aus aktuellem Anlass appellierte Bürgermeister Werner Nickl an die Bürger, es aber nicht nur beim Erinnern zu belassen.

(jzk) "60 Millionen Menschenleben forderte diese weltweite kriegerische Auseinandersetzung", erinnerte Stadtpfarrer Konrad Amschl in der Predigt an die Schreckensbilanz des Zweiten Weltkriegs. Nie zuvor habe es eine solche grausame Menschenverachtung und annähernde Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen gegeben. Der Volkstrauertag solle uns mahnen, im Bemühen um Gerechtigkeit, Vergebung und Versöhnung nicht nachzulassen. Thomas Reger trug die Lesung und die Fürbitten vor. Josef Zaglmann begleitete den Kammerchor Kemnath auf der Orgel.

Nach der feierlichen Messe stellten sich die Fahnenabordnungen der Feuerwehren Höflas und Kötzersdorf sowie des Schützenvereins Silberbach vor dem Kriegerdenkmal auf. Dort hatten Max Weber und Martin Hautmann in Uniform die Totenwache übernommen.

Aufeinander zugehen

Nach einem Gebet des Geistlichen und einem Bläserchoral der Kemnather Musikanten trauerte Bürgermeister Werner Nickl vor dem neu renovierten Mahnmal um die vielen Menschen, die Opfer von Gewalt und Terror wurden, weil sie den Mächtigen im Wege standen. "Denken wir daran, dass neben uns noch viele Opfer von Krieg und Gewalt leben, die Angehörige und Freunde verloren haben?", fragte er. Dabei dachte er nicht nur an die älteren Mitmenschen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, sondern auch an die Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der heutigen Zeit. "Seit über einem Jahr sind auch in Kemnath Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber aus Syrien, dem Nahen Osten und aus afrikanischen Staaten", hob Nickl hervor. "Gehen wir auf diese Menschen zu und zeigen ihnen, dass uns ihr Schicksal nicht gleichgültig ist."

Nach dem Kommando "Senkt die Fahnen" durch Peter Hautmann intonierten die Bläser das Lied vom guten Kameraden. Max Popp zündete drei mahnende Böllerschüsse. Peter Hautmann, Vorsitzender der Feuerwehr Kötzersdorf, dankte allen Beteiligten für die eindrucksvolle Gestaltung der Gedenkfeier.
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