Orgel-Schmankerl auf der Taste

Von der Frauenkirche in Dresden an die Heidenreich-Orgel der Dorfkirche St. Peter in Schönbrunn: Kantor Matthias Grünert fühlt sich in der Oberpfalz noch genauso wohl wie früher.

Mit vielen Nachwuchsmusikern und einem umfangreichen Konzertprogramm wartet das Festival Mitte Europa, das unter der Leitung von Manfred Schmidt steht, in diesem Jahr wieder auf. Aber nicht nur das: Als "Artist in Residence" und erfolgreicher Künstler bereichert der Organist und Kantor der Dresdener Frauenkirche, Matthias Grünert, die Festivalsaison. Kein Wunder, kehrt er doch immer wieder gerne in seine "Wahlheimat" Vogtland zurück, wo er vier Jahre als Greizer Stadtkantor arbeiten durfte.

An der Heidenreich-Orgel der Dorfkirche St. Peter in Schönbrunn spielt Grünert bekannte und unbekannte Werke von Johann Sebastian Bach über Joseph Haydn und Niccolò Moretti bis hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei erweist er sich stets als ein versierter Organist ohne Starallüren.

Haydns "Kaffeeklatsch"

Zudem sorgt er mit seinem Programm für einen kurzweiligen und oft amüsanten Konzertabend. Wann hört man schon die in weiten Strecken an eine Drehorgel erinnernde Sonate in C-Dur von Niccolò Zinagrelli, einem Vertreter der neapolitanischen Schule, oder die "Alpenrosen-Bolka" von "Am Bühl" aus der Sammlung von Anna Katharina Winteler? Doch damit nicht genug: Einen weiteren Höhepunkt bildet neben Werken des barocken Meisters Johann Sebastian Bach zweifelsohne "Der Kaffeeklatsch" aus den fünf Flötenuhrstücken von Joseph Haydn, die er eigens für diese kostbare mechanische Uhr schrieb, die mit einer kleinen Orgel kombiniert ist und mit einer Stiftwalze betrieben wird. Mit einem weiteren Schmankerl endet das Konzert: "Le coucou" ("Der Kuckuck") von dem französischen Barockkomponisten Louis-Claude Daquin. Danach entlässt Grünert seine Zuhörer nach langanhaltendem Applaus und Zugaben in die lauschige Sommernacht.

24 Jahre Festival

Deutsch-tschechischer Kulturaustausch und musikalische Grenzüberschreitungen der unterschiedlichsten Art: Das sind die Markenzeichen des Festivals Mitte Europa, das sich bereits seit 24 Jahren mit vielversprechenden Nachwuchskünstlern und zahlreichen Konzerten im Dreiländereck Sachsen-Bayern-Böhmen präsentiert.

Ins Leben gerufen wurde das Musikfestival im Jahr 1991 vom Kammersänger Professor Thomas Thomaschke und der promovierten Prager Kunsthistorikerin Ivana Thomaschke-Vondráková, um die innerdeutsche und deutsch-tschechische Zusammenarbeit zu fördern und das Grenzgebiet nach dem Fall des Eisernen Vorhangs neu zu beleben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)Schönbrunn (1)Juli 2015 (8666)
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