Ort der Würde, Natur und Kultur

Mit einem Meisen-Nistkasten und heimischem Honig bedankte sich Vorsitzender Willi Trummer im Namen der Gartenfreunde bei Referentin Brigitte Grieß. Sie hatte den Zuhörern in ihrem Vortrag zahlreiche Anregungen zur Gestaltung und Bepflanzung von Gräbern gegeben. Bild: rn

Konservativ oder innovativ, üppig oder sparsam: Die Gestaltung von Gräbern ist ein weites Feld - und sie unterliegt dem Wandel der Zeit. Das gilt auch für Friedhöfe, wie Brigitte Grieß in ihrem Vortrag deutlich machte.

Ein hoher Anteil an Dauerbepflanzung vermindert den Pflegeaufwand. Er muss jedoch der Lage des Grabes angepasst sein. Dies waren die Kernaussagen in ihrem mit Bildern angereicherten Referat in der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. "Der Friedhof - Gestaltungsvorschläge für Familien-, Einzel- oder Urnengrab", lautete der Titel.

Die Gartenberaterin aus Bayreuth - sie genießt seit fünf Jahren die Sympathien der Eschenbacher Gartenfreunde - sah im Friedhof einen Ort der Würde, der Natur und der Kultur. Sie spannte einen weiten Bogen vom Kirchhof- über den Dorf- bis hin zum Waldfriedhof und ging auch auf die neue Form des Parkfriedhofs hin. Für jede Art gebe es jedoch eine Friedhofsordnung, die einen Wegweiser für den Nutzer darstelle.

Eingehend widmete sich die Oberfränkin der Dauerbepflanzung der Gräber, deren Auswahl von den Bodenverhältnissen abhängig sei. Um ihren Zuhörern die Vielfalt, die sich dabei bietet, darzustellen und näher zu bringen, nutzte sie umfangreiches Bildmaterial. So zeigte sie Grabanlagen mit Buchs-, Eiben-, Immergrün- und Zwergmispel-Bepflanzung. Alternativ dazu besprach sie die Möglichkeiten, die Efeu, Fliederpolster, Mauerpfeffer und Pfennigthymian bieten. Bei Letzteren riet sie von Züchtungen mit gelben und weißen Streifen ab, da diese leicht ausfrieren.

Farbliche Kontraste schaffen

Auf Fotos waren auch Gräber zu sehen, auf denen Alpenveilchen, Vergissmeinnicht und Güldenkraut die Einfassung bilden. Als Solitärgewächse empfahl sie Schattenglöckchen und Zwergrhododendron. Kleine farbliche Kontraste könnten geschaffen werden, indem Aussparungen in den Bodendeckern bepflanzt werden. Bei einer Bilderreise durch mehrere Friedhöfe kommentierte Grieß die Gestaltungsmöglichkeiten von Grabanlagen. Eine Bepflanzung in "üppigster Form" war für sie jedoch Geschmacksache. Auch ein Kräuterbeet könne unterschiedlich bewertet werden. Allerdings gestand sie ein: "Hat mir gut gefallen." Für die Herbstbepflanzung empfahl die Referentin Chrysanthemen und winterfeste Erika.

2016 nach Bayreuth

Ihren Beobachtungen nach entwickele sich die Gestaltung der Grabmäler auf zwei Ebenen: Zum einen gebe es zunehmend unterschiedlich gestaltete kleine Steinwände, zum anderen künstlerisch gestaltete Kreuze aus Gusseisen. Bei Letzteren falle die wenig aufwendige Einfassung des Grabes auf.

Als Dankeschön für ihren Vortrag erhielt Brigitte Grieß von Willi Trummer, dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, einen von der Waldjugend gefertigten Meisen-Nistkasten. Zudem wartete Trummer mit eine Zugabe auf: heimischem Honig. Die Referentin rief daraufhin dazu auf, den Bienen mehr Nektarpflanzen zu schenken. Nicht zuletzt warb sie für die Landesgartenschau 2016 in Bayreuth.
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