Oskar Schwarz warnt vor Schwarzmalerei - Drei Millionen Arbeitslose in Diskussion nicht ...
Fachkräfte besser bezahlen

Neustadt/WN. (arw) Die Mitglieder von "SPD 60 plus" zeigten großes Interesse am Vortrag von Oskar Schwarz. Er sprach über Europa und den Arbeitskräftemangel. Vorsitzende Margarete Rieger freute sich über den regen Zuspruch im Gasthaus "Zum Weißen Rößl".

Vieles vorhersehbar

In der Diskussion ging es vor allem darum, warum Deutschland qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland braucht. "Wir sollten unseren Fachkräften mehr zahlen", hieß es. "Warum kann man an den Hochschulen nicht erkennen, welche Fachkräfte wir in 10 oder 20 Jahren benötigen?", war eine weitere Frage. Selbst beim Bildungssystem war seit 20 Jahren voraussehbar, dass man die Mittelschulen stärken müsse.

Schwarz stellte die Frage, ob die Überalterung der Bevölkerung in Deutschland nicht instrumentalisiert werde, um Angst zu schüren. Die demografischen Gedankenspiele hätten seit Beginn des neuen Jahrtausends absolute Hochkonjunktur. In der Politik und in gewissen Wirtschaftsbereichen werde versucht, den Sozialstaat umzubauen oder den veränderten demografischen Bedingungen anzupassen. Dies bedeute: längere Wochen- und Lebensarbeitszeiten, sinkende Rentenerwartungen, zunehmende Privatversorgung für Krankheit und Pflege. "Es wird wieder die Angst geschürt." Unstrittig sei, dass es künftig weniger Arbeitskräfte geben werde, um die Volkswirtschaft zu erhalten. Laut Bundesstatistik liege dies hauptsächlich am Einwanderungsschwund. Besonders stark betroffen sei das Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren. Dabei werde bewusst die Zahl der drei Millionen Arbeitslosen ausgeblendet. Für Schwarz sind das Taschenspielertricks.

Lebenserwartung steigt

Die Modellrechnung für die Zukunft (2050/2060) biete bei vernünftiger Betrachtung keinen Anlass für Dramatik. Die Lebenserwartung steige bei Mädchen um 7,2 Jahre, bei Jungen um 8 Jahre. Die Geburtenzahlen blieben stabil, und jährlich wandern 100 000 Menschen nach Deutschland ein. Mit weiteren Zahlenmaterial untermauerte der Referent seine Aussagen.
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