Paläste, Gräber, Tempel

Mit einem Reisebericht aus dem Iran fesselten Peter und Iris Polatschek (in der Kleidung iranischer Nomaden) die Zuhörer. Bild: rn

Peter Polatschek ist ein Weltreisender. Bei einer Vortragsveranstaltung von Kolping und Volkshochschule nahm er die Zuhörer mit in den Iran. Eine Reise durch den schiitischen Gottesstaat ist für westliche Touristen immer noch eine Besonderheit.

Gerade in den vergangenen Jahren ist das Land der Mullahs in den westlichen Medien durch eine sehr negative Berichterstattung aufgefallen. So gelten besondere Bekleidungsvorschriften für Frauen. Der Eschenbacher stellte den Iran als Land vor, das viermal so groß wie Deutschland ist, die gleiche Einwohnerzahl hat und mit erheblichen Wirtschaftssanktionen lebt.

Die Bevölkerung sei überaus gastfreundlich und entgegenkommend - "wenn man zum Beispiel als Tourist einmal wieder an den persischen Schriftzeichen verzweifelt". Doch nicht nur in dieser, sondern auch in anderer Hinsicht waren die westlichen Besucher - wie auch die Zuhörer - positiv überrascht.

Die Bilderreise im Pfarrheim begann in Teheran. In der 15-Millionen-Metropole beeindruckten Monumentalbauten wie die Schahpaläste. Zum Programm gehörte auch der Besuch des Zurkhaneh-Trainings, einem Kraftsport aus vorislamischer Zeit. Iris Polatschek war laut den Sportlern die erste Frau, die seit 1979 die für islamische Frauen "unzugängliche Welt" besucht hat. Zu sehen bekamen die Gäste ein Schauspiel von Kraft und Geschick mit überdimensionalen Keulen, symbolisierten Waffen und Holztüren.

Von einem besonderen Erlebnis sprach der Eschenbacher, als er seinen Zuhörern die Stadt Maschad vorstellte. In ihr befindet sich das einzige Grab auf iranischem Staatsgebiet, in dem einer der zwölf Imame der zwölferschiitischen Glaubenslehre bestattet ist. Das 0,6 Quadratkilometer große Heiligtum ist größer als der Vatikanstaat: "Bei unserem mitternächtlichen Besuch waren noch mehr als 10 000 Gläubige an diesem Wallfahrtsort."

Entlang der afghanischen Grenze ging es in die alte Wüstenstadt Yazd, einem Zentrum der vorislamischen, ersten monotheistischen Religion der Zoroastrier. Polatschek zeigte Fotos von den Türmen des Schweigens, dem Bestattungsort verstorbener Zoroastrier, eines Feuertempels und des Wüstenheiligtums Chak Chak. "Hier treffen sich jedes Jahr im Juni weltweite Anhänger dieser Religion, um eines ihrer bedeutendsten Feste zu feiern", erfuhren die zunehmend staunenden Zuhörer.

Im Gespräch mit dem Wächter des Feuers habe ihm dieser vom Einfluss des Zoroastrismus auf das Juden- und das Christentum erzählt. Über das babylonische Exil seien Begriffe wie Himmel und Hölle, der Teufel als Gegenspieler Gottes und die Gestalt der Engel in diese Religionen gelangt. Auch ein Zusammenhang zwischen dem heiligen immerwährenden Feuer und dem "ewigen Licht" lasse sich herstellen.

Höhepunkt der Reise wurden der Besuch der antiken Stätten von Pasargadae, Persepolis und der Felsengräber von Naqsch-e Rostam. In Shiraz, dessen Gärten zu den schönsten des Landes gehören, berichteten die Bilder auch von der "Nacht der offenen Moscheentür". In Isfahan sahen die Reisenden bedeutende Bauwerke, ehe die Tour mit einem Abstecher zur Küste des Kaspischen Meeres, der grünen Lunge des Iran, endete.
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