Papierkram raubt viel Zeit

Zu einem intensiven Erfahrungsaustausch mit den ehrenamtlichen Helfern hatte Jessica Wöhrl-Neuer Angelika Würner (hinten von links) vom AWO-Kreisverband ins Familienzentrum Mittendrin eingeladen. Bild: jzk

700 Flüchtlinge in etwa 39 Häusern betreut die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis Tirschenreuth. Beim Informationsabend zum Thema "Asylbewerber" im Familienzentrum Mittendrin berichtete Angelika Würner, Geschäftsführerin des Kreisverbandes, von der größtenteils ehrenamtlichen Arbeit.

Kemnath. (jzk) "In den meisten Kommunen bilden sich Helferkreise" wusste sie, "eine besondere Herausforderung sind die Fahrdienste." Hier sei auch in Kemnath noch dringend Unterstützung notwendig.

Sehr gut findet Angelika Würner den Kemnather Montagstreff. Hier träfen sich Asylbewerber und Einheimische auf "neutralem Boden". Viele Hilfsdienste seien dabei schon entstanden. Sehr aufwendig und kompliziert seien für die Helfer Behördengänge und Termine bei Ämtern. Oft seien die Unterlagen nicht vollständig oder müssten erst übersetzt werden. "Hier hilft die AWO gerne weiter", versprach sie. Auch bei allen weiteren Fragen und Problemen sagte sie Unterstützung zu.

Alle ehrenamtlichen Helfer waren sich einig, dass das Erlernen der deutschen Sprache für die Flüchtlinge eine Schlüsselkompetenz ist. Wenn der Flüchtlingsstatus offiziell anerkannt wurde, bekommen die Flüchtlinge einen blauen Ausweis. Damit kommen sie in einen Integrationskurs, bei dem sie die deutsche Sprache intensiv erlernen können und ein Sprachzertifikat erwerben können. "Die Deutschkurse, die ehrenamtliche Helfer oft lange Zeit bis zur Anerkennung geben, sind aber auch sehr wertvoll", betonte Würner. Hier haben sich in Kemnath bereits intensive Patensysteme und Freundschaften entwickelt.

Mohamad Almsouti und Zaher Alabed berichteten über ihre Erfahrungen in Kemnath. Von allen ernteten sie großes Lob für ihre umfangreichen Deutschkenntnisse, die sie in Kursen von Christine Schubert erworben haben. Mittlerweile geben beide selbst Unterricht oder leisten hilfreiche Dienste als Übersetzer.

Am Ende des intensiven Abends dankte Jessika Wöhrl-Neuber Angelika Würner mit einem Blumenstrauß und einem Frühstücksgutschein für das Familienzentrum Mittendrin. Für Donnerstag, 3. Dezember, organisiert die Sozialpädagogin für alle Asylbewerber, ehrenamtlichen Helfern und Interessierte einen Kegelabend im Gasthaus "Zur Fantasie".
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