Pappeln müssen weichen

Vergangene Woche fiel im Landkreis Cham wegen eines Bibers ein Baum auf einen Spielplatz. Nur durch einen Sprung der Mutter blieb ihr Kind unverletzt (wir berichteten). In Neustadt will der Stadtrat Unfällen vorbeugen.

Neustadt. (esc) Knapp 40 Jahre ist er alt, sieht noch gut aus für sein Alter, hat aber den ein oder anderen Schönheitsfleck: Der Lebensabend geht auch am ehemaligen AWO-Spielplatz nicht spurlos vorüber. Davon hat sich der Bauausschuss Neustadt ein Bild gemacht.

Buchstäblich die größte Baustelle wird die Beseitigung der beiden Pappeln, die am Rand des Spielplatzgeländes in Richtung Straße stehen. Die Bäume sollten entfernt werden, empfiehlt ein Sachverständiger. Einer ist von Pilz befallen, "70 Prozent des Stammumfangs sind betroffen", berichtete zweiter Bürgermeister Heinrich Maier (CSU) seinen Kollegen. "Der Baum ist nicht mehr zu retten, es besteht Ausbruchsgefahr."

Der zweite Baum sei zwar noch in Ordnung, wenn ihm aber sein Kumpane genommen werde, falle die Schutzfunktion von Westen her weg. "Er leidet und kann umfallen", fasste Maier zusammen. Als großzügigen und sinnvollen Ersatz empfiehlt der Sachverständige zum Beispiel Feldahorn.

Auf die Frage von Thomas Hauer (CSU), ob sich in diesem Fall nicht auch Obstbäume anbieten würden, antwortete Geschäftsleiter Peter Forster, dass der Sachverständige wegen Wespen davon abgeraten habe. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses für die Beseitigung der Bäume aus.

"Das zweite Problem sind die Spielgeräte", führte Maier weiter aus. "Sie sind jahrelang peinlichst genau sauber gehalten und auch immer wieder geprüft worden", betonte er. "Aber sie sind in die Jahre gekommen." Erst im Frühjahr hatte die Stadt das Areal mit Spielplatz von der Arbeiterwohlfahrt gekauft. Die Geräte wurden erst untersucht. Ergebnis: "Acht von zehn weisen Mängel auf", resümierte Maier. "Das muss behoben werden, damit die Sicherheit der Kinder nicht gefährdet ist. Alois Zehrer (CSU) forderte "Ersatzgeräte für alle Altersgruppen".

Hauer fragte: "Muss der Spielplatz komplett gesperrt werden?" Nur die Geräte, die gefährlich seien, wurden gesperrt. So ist zum Beispiel der Fallschutz am Turm mit der Rutsche, am Spielhaus mit der Höhle und der Schaukel nicht ausreichend gegeben. Bei der Neugestaltung werden auch die Wege wieder gerichtet.
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