"Pappkamerad" wartet auf Hilfe

Wie sähe es aus, wenn's an einem Montagmorgen um 9 Uhr brennt? Nicht allzu viele Feuerwehrleute melden sich, als Kreisbrandinspektor Peter Deiml fragt, wer um diese Zeit zu Hause wäre. Für die Einsatzbereitschaft ist das inzwischen mancherorts ein Problem.

"Feuer gelöscht, vermisste Person gefunden" lautete die Endmeldung bei der gemeinsamen Brandschutzübung in der Gemeinde Hirschbach. Neben den drei Gemeindewehren Achtel, Eschenfelden und Hirschbach stießen bezirksübergreifend auch noch die Kollegen aus Hartenstein dazu.

Angenommen wurde der Brand eines Stadels beim Anwesen Scharrer in Oberachtel. Eine vermisste Person galt es in dem rauchgefüllten Gebäude zu finden - ein Fall für die Atemschutzträger.

"Vize" übernimmt Leitung

Neben Kreisbrandinspektor Peter Deiml, der für den Rauch "verantwortlich" war und eine Wärmebildkamera mitgebracht hatte, fand sich auch Kreisbrandmeister Hans Sperber ein, zugleich 1. Kommandant der Feuerwehr Achtel. Die Einsatzleitung und die Vorbereitung lag bei seinem Stellvertreter Helmut Merz.

Achtel als Ortsfeuerwehr erreichte als erste die Brandstelle und begann, die Flammen zu bekämpfen, noch bevor die anderen Wehren eintrafen. Hartenstein und Eschenfelden fuhren fast gleichzeitig vor.

Vier Atemschutzträger suchten nach der vermissten Person; zwei weitere blieben als Sicherung draußen. Hirschbach baute vom Löschteich aus eine 150 Meter lange Schlauchleitung und bekämpfte den Brand von der Rückseite des Gebäudes her.

Die Rauchmaschine bescherte den Atemschutzträgern eine relativ realistische Situation. Die Auffindung der vermissten Person hätte für ein Überleben wahrscheinlich nicht ausgereicht, glaubte der Kreisbrandinspektor. Der im Gebäude versteckte "Pappkamerad" konnte sich aber auch nicht selbst bewegen.

Beim Schlussgespräch brachte Peter Deiml seine Freude über die "grenzüberschreitende" Zusammenarbeit zum Ausdruck. Die Feuerwehr Hartenstein beteiligte sich mit ihrem neuen Fahrzeug, einem HLF 20, 14 Männern und einer Feuerwehrfrau an der Übung.

Nicht viele Finger gingen in die Höhe, als Deiml fragte, wer denn am Montag morgen um 9 Uhr zu Hause wäre. Er verwies auf die Bedeutung der Wärmebildkamera zur Rettung von Personen. Lob kam von den Gruppenführern für die relativ wirklichkeitsnahen Übungsbedingungen.

Betriebe vor Ort wichtig

Richard Leißner war in Personalunion als federführender Kommandant der Gemeinde Hirschbach und auch als Zweiter Bürgermeister im Einsatz. Im Namen der Gemeinde dankte er für die Zeit, die jeder für die Feuerwehr opfert, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Wichtig sei dabei, dass durch ortsansässige Betriebe aktive Feuerwehrler auch tagsüber vor Ort sind.
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