Partner mit kalter Schnauze

Unschwer zu erkennen beim Training im Bürgerwald bei der Hohen Tanne: Frauen sind auch in der Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach auf dem Vormarsch. Bild: cs

Sonntagnachmittag: Es ist einiges los im städtischen Bürgerwald bei der Hohen Tanne. Biker, Reiter und Jogger gehen nur zum eigenen Spaß in diesem Wander- und Naherholungsgebiet ihrem Hobby nach. Anders die Hundeführer der BRK-Rettungshundestaffel des Kreisverbandes Amberg-Sulzbach und ihre Vierbeiner.

Hinter ihrem Hobby steckt ein uneigennütziger Dienst am Nächsten. Sie wollen sich fit machen, um jederzeit einsatzbereit zu sein, wenn sie zu einer Vermisstensuche gerufen werden.

Teamarbeit, das heißt Stimmigkeit zwischen Hundeführer und Tier, ist das A und O für erfolgreiche Einsätze. Die Verständigung erfolgt durch klare Zeichen und wenige Kommandos. Bevor es jedoch so weit ist, müssen Führer und Vierbeiner die harte Schule der Ausbildung durchlaufen. Bis zum geprüften Rettungshund, dabei gilt es zwischen Flächensuchhunden und Mantrailer zu unterscheiden, dauert sie im Allgemeinen zwei Jahre. In dieser Zeit lernt das Tier in verschiedensten Geländen (Wald, Feld, Lawinen, Trümmer) verunglückte Menschen zu finden.

Zweijährige Ausbildung

Parallel läuft für den Hundeführer ebenfalls eine zweijährige Ausbildung, die unter anderem Sanitätsdienst, Kynologie des Hundes, Erste Hilfe beim Hund, Funkausbildung, Orientierung, Einsatztaktik, Recht und Organisationsstruktur einschließt. Auch in den Folgejahren fordert dieser Dienst seinen Tribut, durch den Besuch von Lehrgängen wird die Freizeit um ein weiteres Stück beschnitten. "Da ist vorab schon gut abzuwägen inwieweit diese intensive Ausbildung und die darüber hinaus bis zu 12 Stunden pro Woche von Hundeführer und Hund zu leistenden Stunden mit Beruf und Familie vereinbar sind", betont Staffelleiter Oliver Stephan. Er weiß, wovon er spricht.

Hoch motiviert und engagiert wie auch alle weiteren Mitglieder der Rettungshundestaffel aus Vilseck, Irchenrieth, Schmidmühlen, Amberg und Sulzbach-Rosenberg, geht er diese ehrenamtliche Aufgabe an. Auf das Herrchen kommt bei der Suche aber noch mehr zu als sich nur um seinen Hund zu kümmern. So um den Funkverkehr, die Orientierung mit Karte und Kompass im Gelände, das Suchgelände, die Koordination mit den anderen Suchhundeführern und die eigene Suche.

Zur Stammgruppe finden sich oft bis zu 15 Hundebesitzer zum Training zweimal in der Woche ein, einmal am Abend mit vier Stunden und einmal am Wochenende mit sechs bis acht Stunden. Und das Sommer wie Winter, bei jedem Wetter. Aufhalten lässt man sich nur durch Glatteis oder Schneebruch, wenn Gefahr etwa auch durch herabstürzende Äste droht. Für die weitere Sozialisierung des Rettungshundes ist die Beschäftigung mit ihm auch zu Hause oder auch ein Nach-Training wichtig.

"Im Prinzip ist jeder Hund zum Rettungshund geeignet. Dennoch sind gewisse Kriterien zu beachten: mittelgroß, körperlich fit, gesund und ein Höchstalter von drei bis vier Jahren", formuliert die Ausbilderin der BRK-Rettungshundestaffel Amberg-Sulzbach, Daniela Baier, unter den Anforderungen. Um dieses Ziel zu erreichen, musste sie einen Grundlehrgang und verschiedene Theoriekurse absolvieren.

Frei und ohne Leine

An die Prüfung schlossen sich drei Jahre Einsatzerfahrung in der Fläche (Wald/Wiese) an, damit die vierbeinigen Schützlinge bei der Vermisstensuche erfolgreich sind. Flächensuchhunde schnuppern generell nach menschlicher Witterung, frei und ohne Leine. Von ihnen wird erwartet, dass sie 30.000 Quadratmeter Wald- und Wiesenflächen in 20 Minuten absuchen, um zwei Personen zu finden.
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