Pater Dr. Martin Bialas feiert am Dienstag 75. Geburtstag - Festgottesdienst
Ein Ordensmann, der gerne lacht

Seit Jahrzehnten ist Pater Dr. Martin Bialas mit dem Miesbergkloster verbunden. Bild: Völkl
Schwarzenfeld. (cv) "Hier ist es fast wie im Paradies". Pater Martin lässt seinen Blick vom Miesbergkloster über das Naabtal schweifen. 54 Jahre ist der ehemalige Provinzial auf dem "Berg" zu Hause. Hier begeht er am Dienstag, 12. Mai, auch seinen 75. Geburtstag. Der Ordensmann würde sich freuen, wenn viele Gläubige mit ihm um 11 Uhr in der Klosterkirche den Festgottesdienst feiern. Er wird von Provinzial Pater Lukas Temme und zehn Priestern zelebriert. Der Bergchor gratuliert musikalisch.

In Oberschlesien geboren, besuchte Pater Martin dort die tschechische Schule. Als der Vater aus russischer Gefangenschaft heimkehrte, baute sich die Familie in Celle bei Hannover eine neue Existenz auf. Pater Martin musste seine Muttersprache Deutsch neu lernen. "Das war eine schwere Zeit", erinnert er sich. Der junge Mann begann eine Lehre als Industriekaufmann. Es war die Zeit, als sich die Passionisten in Norddeutschland niederlassen wollten. Einer ihrer führenden Ordensleute, Pater Wilhelm, wurde zur Schlüsselfigur. Der Passionist - nur mit kleinem Koffer und Schreibmaschine unterwegs - wohnte sechs Wochen bei den Eltern im kleinen Siedlungshaus. Eine Begegnung, die prägte.

"Ich war mir sicher"

Hans Bialas - so der bürgerliche Name - brach die Lehre ab, beschloss Priester zu werden. "Ich war mit meiner Sache absolut sicher", erzählt er. Im Januar 1959 kam er ins Internat der Passionisten nach München: "Das war eine 50-Stunden-Woche als Mesner und Pförtner". Daneben besuchte er das Abendgymnasium und begann 1962 das Noviziat in Schwarzenfeld. Pater Martin studierte Theologie, wurde 1968 zum Priester geweiht. Der Ordensmann übernahm die Leitung des Paulusheimes - ein Studentenwohnheim in Regensburg - und arbeitete bei Professor Dr. Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt,an seinem Doktortitel. Mit 37 Jahren wurde Pater Martin dann zum Provinzial der Passionisten-Kongregation gewählt. Seine Doktorarbeit hatte sich mit der Lebensgeschichte und der Mystik des Ordensgründers Paul vom Kreuz befasst. Als gefragter Gastredner war Pater Dr. Martin viel unterwegs - in den USA, in Südamerika, in Asien.

Mit geprägt hat Dr. Bialas die weltweite Cursillo-Bewegung. Cursillo heißt auf spanisch "kleiner Kurs" und vermittelt Laien die Grundwahrheiten des Glaubens. "Mir hat es nicht an Arbeit gemangelt", meint Dr. Martin Bialas rückblickend.

Vertraut mit Papst Benedikt

Seit 27 Jahren pflegt er eine enge Bindung zum emeritierten Papst Benedikt. Der "Schülerkreis" trifft sich mit dem früheren Doktorvater im August zum zwölften Mal. Die Gruppe wird ihn im Vatikan besuchen. "Eine Fahrt nach Castelgandolfo wäre für ihn zu beschwerlich", meint Dr. Bialas. "Er ist nicht krank, aber mit 88 Jahren vom Alter sehr gezeichnet".

In Schwarzenfeld ist Pater Dr. Martin in die Ausbildung junger Mitbrüder und in der Seelsorge eingebunden. Der Jubilar ist für seine Offenheit geschätzt, kommt gerne mit jungen Menschen ins Gespräch und hat sich eines bewahrt: "Ich lache gerne."
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