Pater Gerhard Lagleder stellt seine südafrikanische Hilfsorganisation in Pressath vor
Nächstenliebe in Zeiten von HIV

Hilfe beim Helfen. Maria Lober übergibt für den Pfarrgemeinderat 250 Euro an Pater Gerhard Lagleder. Bild: mng
Pressath. (mng) Leid und Elend prägen die Arbeit des Missionsbenediktinerpaters Gerhard Lagleder in Südafrika. Anzumerken ist ihm das nicht, er berichtet freudig über die Arbeit seiner Hilfsorganisation. Zuvor zelebrierte Lagleder mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl einen Gottesdienst.

Den Vortrag im Pfarrsaal, der unter dem Motto "Hoffnung wider Hoffnungslosigkeit - Wege aus der Verzweiflung im Zululand" stand, verfolgten rund 70 Zuhörer. Lagleder ist Leiter des Blessed Gérard's Care Zentrum in der südafrikanischen 250 000-Einwohner-Stadt Mandeni, in der zirka 90 Prozent der Bewohner als arm gelten. Die größte katholische Hilfsorganisation in dem Land mit einem Katholiken-Anteil von sechs Prozent sammelt jährlich rund 1,3 Millionen Euro an Spenden; genau so viel Geld wird ausgegeben - für die Hilfe für Aids-Kranke. Daher gehören die Aufklärung und Beratung zu den wesentlichen Aufgaben. Die Organisation hat 2500 Mitglieder, 80 davon hauptamtlich.

Ausführlich erläuterte der Pater das Programm zur Behandlung und zur Betreuung der Kranken. Patienten und Angehörige erhalten Anregungen, wie man verantwortungsvoll mit einer HIV-Infektion lebt. Daneben unterhält die Organisation ein stationäres Hospiz mit Palliativmedizin sowie ein Kinderheim für HIV-infizierte Kinder und Aids-Waisen. Derzeit betreut die Einrichtung 1000 Aidskranke. Ein großes Problem sei die Polygamie. Nicht selten brüsteten sich Männer mit ihren bis zu 30 Kindern von mehreren Frauen. In bestimmten Gebieten seien zwei Drittel der Bevölkerung HIV-infiziert, davon viele Kinder, die die Krankheit von ihrer Mutter bekamen. In Mandeni gelten 76 Prozent der Bevölkerung als HIV-positiv. Präservative seien überall erhältlich, die Menschen nähmen sie dennoch nicht.

"Wirksam helfen kostet Geld", so Lagleder. Eine Aids-Behandlung, die Patienten bei regelmäßiger Einnahme der Medikamente ein vergleichsweise unbeschwertes Leben ermöglicht, kostet relativ wenig: Zwei Euro pro Tag beträgt der Aufwand, also 720 Euro im Jahr. Bisher sei die Organisation auf Spenden angewiesen. "Alle Dienste müssen kostenlos angeboten werden, weil niemand krankenversichert ist."

Am Ende seines Vortrages überreichte Maria Lober im Namen des Missionsausschusses 250 Euro an Pater Gerhard. Und auch Richard Waldmann sagte Unterstützung zu: 3500 Euro durfte der Benediktinerpater aus seinen Händen in Empfang nehmen.
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