Pensionierte Lehrer helfen

Die einen gehen, die anderen kommen. Am Wochenende mussten sich die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises (AK) Asyl von vier Serben und drei Kosovaren verabschieden.

Floß. (esc) Die Flüchtlinge mussten zurück in ihre Heimat. "Da kommen einem schon die Tränen", gesteht Elisabeth Lehner beim Helfertreffen. Sie und weitere Ehrenamtliche haben sich zu einem AK zusammengeschlossen, um die Hilfe effektiver zu gestalten (wir berichteten).

Bürgermeister Günter Stich kündigte neue Asylbewerber an. "Die Flüchtlinge kommen vermutlich aus Afrika und Syrien", berichtet er den Teilnehmern. Untergebracht werden sie in drei Unterkünfte mit insgesamt 23 Plätzen. 22 sind besetzt.

Rosemarie Fleischer, die sich seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge in Floß um diese Menschen kümmert, bringt die AK-Mitglieder auf den neuesten Stand: "Wir haben drei Lehrer, die den Asylbewerbern Deutschunterricht geben werden. Eine der Flüchtlinge ist schwanger, sie bekommt ihr viertes Kind." Einer der drei Lehrer, die sich künftig um die Flüchtlinge bemühen, ist Alfred Faltermeier. Der Pensionist hat unter anderem an der Grundschule in Floß unterrichtet, wie seine Kollegen Otto Fuhrmann und Winfried Krawath. Die drei wollen die Deutschkenntnisse der Asylbewerber unterschiedlicher Nationalitäten verbessern. Das Klassenzimmer ist künftig ein Raum im Rathaus. "Können die drei Albaner deutsch?", erkundigt sich Faltermeier bei deren Betreuer. "Leider nur ein bisschen. Aber die drei sind willig und lernen schnell", gesteht Hans Eismann.

Zusammen mit Susanne Horn-Schaller kümmert er sich um drei junge Albaner zwischen 21 und 24 Jahren. "Die Burschen haben wir gut im Griff", lacht Schaller-Horn. Die Männer seien freundlich, nett und sehr ordentlich. Nur langweilig wird den dreien zwischendurch, weil sie nicht arbeiten dürfen. "Sie haben einen Bedarf an Sportgeräten angemeldet", berichtet Eismann. Zwei Mountainbikes hat Schaller-Horn schon aufgetan. Und auch Pfarrer Norbert Große hat ein Fahrrad in petto. Was die Arbeit angeht, hat Fleischer einen Vorschlag: "Brauchen Sie nicht Hilfe am Pfarrhof, jetzt wo das Wetter wieder schöner wird?", hakt sie bei Pfarrer Große nach. "Ich werde mich da mal erkundigen", versprach er mit Blick auf die Arbeitserlaubnis.

Bürgermeister Stich kann den Geistlichen beruhigen: "Die Asylbewerber dürfen 90 Stunden pro Monat für 1,05 Euro in der Stunde arbeiten. Das muss nur den zuständigen Stellen gemeldet werden." Wo Bedarf sei, wollte Große von den Ehrenamtlichen noch wissen. "Räder, Helme und Kinderwagen wären nicht schlecht", waren sich die Helfer einig. Wer ein Rad oder einen Kinderwagen zur Verfügung stellen möchte, kann sich mit Elisabeth Lehner, Telefon 09603/2892, in Verbindung setzen.Für alle Familien hat der Arbeitskreis ein Treffen geplant. Wahrscheinlich im Juni wollen sie alle Flüchtlinge und auch die Bevölkerung einladen.

Für die Hilfe der Freiwilligen ist Pfarrer Große dankbar: "Wir sind froh, wie es hier in Floß läuft. Wir haben Menschen mit persönlichen Verbindungen zu den Flüchtlingen." Der Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Tröglitz stimmt die Ehrenamtlichen traurig. Fleischer appelliert an die Bevölkerung, den Fremden in Floß freundlich zu begegnen. "Die Flüchtlinge verhalten sich ruhig und fallen gar nicht auf. Sie wollen bloß ein normales Familienleben."
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.