Pesto für Otto und Udo

Das "La Fayette" in Hamburg zählt laut "Feinschmecker" zu den besten Adressen in Deutschland. Bilder: pi
 
Richard und Nathalie Röhrich führen mit großen Erfolg das Nobelrestaurant "La Fayette" in Hamburg. Der Vohenstraußer hat regelmäßig Kontakt zu Heimat.

Feinschmecker-Restaurants kommen und gehen. Das "La Fayette" in Hamburg-Uhlenhorst ist eine Ausnahme. Das Nobellokal in der Zimmerstraße gibt es schon seit 36 Jahren. Und schon so lange schwingt Richard Röhrich das Zepter.

Hamburg/Vohenstrauß. (pi) Schwingen könnte der aus Vohenstrauß stammende Küchenmeister zwar durchaus noch den Kochlöffel, schließlich hat er nach seiner Ausbildung im Hotel "Bayerischer Hof" in München reichhaltige Erfahrungen in Zürich, Rom sowie in New York, Mexiko und gar in Rio de Janeiro gesammelt. Das Regiment hinter dem Herd überlässt er aber längst Ehefrau Nathalie, weil er meint: "Sie kann das noch besser."

Seinen Anteil hat der 66-Jährige dabei aber schon. Immerhin hat Nathalie bei ihm ab 1987 ihre Ausbildung absolviert. Danach verschlug es sie nach Berlin, wo sie bei den Spitzenköchen Franz Raneburger und Siegfried Rockendorf lernte, bis sie 1995 an die Elbe zurückkehrte . Seit 2000 regiert sie nun als Küchenchefin im "La Fayette".

Charmanter Plauderer

Für den Restaurantchef war das zunächst gar nicht so einfach. "Am Anfang musste ich schon etwas kämpfen, aber nur kurz. Ich weiß ja, dass die Küche in besten Händen ist." Außerdem sagt er freimütig: "Nathalie hat mich längst überholt."

Nach dem früheren Motto des fränkischen Komikers Erwin Pelzig alias Frank-Markus Barwasser "Pelzig unterhält sich" gibt sich Röhrich lieber als charmanter Gastgeber und Plauderer, empfängt seine Gäste und wird nicht müde, Empfehlungen auszusprechen, ob in puncto Essen oder begleitender Getränke mit erlesenen Weinen.

"Von Vohenstrauß in die weite Welt", das hat Röhrich zu keinem Zeitpunkt bereut. Dass er in der "schönsten Stadt der Welt" leben und arbeiten darf, erfüllt ihn mit großer Freude und Dankbarkeit.


Regelmäßig in der Heimat

Aber wie sieht es nun mit den Verbindungen zur Heimat aus? Man könnte meinen, dass jemand, der seit fast 50 Jahren weg aus der ehemaligen Kreisstadt ist, viel vergessen oder die Kontakte gar abgebrochen hat. Weit gefehlt: Röhrich ist bestens darüber informiert, was sich in Vohenstrauß abspielt - und das in der über 600 Kilometer entfernten Elbmetropole.

Röhrich kommt in der Regel zwei Mal im Jahr nach Vohenstrauß und genießt unter anderem gerne ein Behringer-Weißbier. Außerdem hält ihn der "Schübladl-Fritz" auf dem Laufenden. Mit ihm und anderen Freunden steht er regelmäßig in Kontakt. Dazu kommt Joachim Hladik als Geschäftsführer der Kommunikationsagentur powerpress medien GmbH, die für den Internetauftritt des Restaurants verantwortlich zeichnet.

Dass der Wahl-Hamburger seine Wurzeln nicht verschweigt, zeigt sich darin, dass er mit seinen Gästen zwar Hochdeutsch spricht, der Oberpfälzer Akzent aber unverkennbar ist. Das gilt auch, wenn sich die Prominenz im "La Fayette" ein Stelldichein gibt. "So kann es schon mal vorkommen, dass zu später Stunde plötzlich Udo Lindenberg hereinspaziert und auch Songs zum Besten gibt", verrät Röhrich.

Röhrich hält sich

Zu Gast sind hin und wieder auch der Schauspieler Heiner Lauterbach, der Komiker Otto Waalkes, der Politiker Oskar Lafontaine oder Michael Otto, der Aufsichtsratsvorsitzende der Otto Group. Über einen ist Röhrich besonders stolz: "Der Dalai Lama war bei uns auch schon", strahlt der Gastronom. Während der Unterhaltung kommt die ARD-Korrespondentin Ariane Reimers mit Begleitung und lässt sich kulinarisch verwöhnen.

"Die leichte mediterrane Küche ist unser Anliegen, ohne die edlen Genüsse auszulassen", ist das Rezept von Nathalie und Richard Röhrich. "Das geschieht alles in Verbindung mit den traditionellen Produkten der deutschen Küche." Dass die beiden ihr Metier beherrschen, zeigt sich unter anderem darin, dass das Magazin "Der Feinschmecker" das "La Fayette" als eine der besten Restaurant-Adressen in Deutschland 2014/2015 ausgezeichnet hat. Und um auf Erwin Pelzigs aktuelle Sendung "Pelzig hält sich" zurückzukommen: Röhrich hält sich, und das sicher noch lange.
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