Peter und Hedwig Nittmann organisieren seit Jahren das Walpurgisfest mit vielen Musikanten und ...
Deftiger Hexenkessel und dazu Teufelsgeige

Wenn der erste Mai naht, dann ist auch die Walpurgisnacht nicht weit. Da treiben die Hexen so allerlei Schabernack, sagt man. Auch in Degelsdorf hat sich seit Jahren eine Tradition eingenistet, allerdings zaubern die dortigen Akteure auf andere Art. Musikanten sind es, die sich am Abend im Schützenheim ein Stelldichein geben und auf ihren Instrumenten so manches Volksgut hervorlocken. Mittlerweile sorgen fast 30 Musiker für einen gelungenen Abend.

Gastraum rappelvoll

Begonnen hat alles bei Peter Nittmann und seiner Frau Hedwig. Als Vorsitzender des Schützenvereins Eichenlaub Degelsdorf hat der 59-Jährige immer wieder nach Ideen für Veranstaltungen gesucht. Was lag da für den passionierten Musiker näher, als ein Fest für Musikanten zu planen. 2006 war es dann zum ersten Mal so weit, acht Musiker folgten der Einladung. Schon damals war der Gastraum im Schützenheim rappelvoll. Mittlerweile hat sich das Musikantentreffen aber soweit herumgesprochen, dass auch der Raum, in dem sonst der Schießstand aufgebaut ist, mit einbezogen wurde.

Auf einer kleinen Bühne dürfen am Donnerstag, 30. April, knapp 30 Musiker ihre Kunst zum Besten geben. Sie kommen aus Grafenwöhr, Sulzbach-Rosenberg, Mitterteich, Nürnberg oder Waldsassen. Akkordeon, Steirische, Blechblasinstrumente, Teufelsgeigen, aber auch Gesang erfüllen die beiden Räume, Volkslieder, Schnaderhüpfl, aber auch ernste Lieder runden das Programm ab. Nittmann ließ sich bei jedem Treffen die Adressen der Musiker geben. Jedes Jahr informiert er sie über den Termin und lädt sie ein.

Seit seinem achten Lebensjahr macht Nittmann Musik. Gelernt hat der gebürtige Hannesgrüner, der in Bernreuth aufwuchs, das Akkordeonspielen bei Uschi Sertl. Als er älter wurde, wünschte er sich ein neues Instrument, dass der Vater ihm aber nicht kaufen konnte. Das Geld war knapp, auch in die Knabenkapelle konnte der junge Bub damals nicht. Als Teenager unterbrach er das Musizieren, weil ihm das geeignete Instrument fehlte. Erst als er als junger Mann eine Ausbildung machte, kaufte er sich vom Lohn ein gebrauchtes Instrument, ein Akkordeon von der damalige Wirtin des Kreuzbräu.

Kapelle gründen

Eine Kapelle wollte er gründen, dazu fuhr er schon mal mit einem Kumpel nach Schwandorf, um dort ein gebrauchtes Schlagzeug zu erwerben. Er musizierte in verschiedenen Gasthäusern, spontan bei Wanderungen oder bei Familienfeiern. Später lernte Nittmann auch die Steirische zu spielen. Erst im Alter von 40 Jahren begann er damit, verzweifelte fast: "Ich begreif das nicht!" Die Steirische nach Noten zu spielen ist enorm schwer, erst als sich der vierfache Familienvater über die Griffschrift an das schöne Instrument wagte, klappte es.

In der Zwischenzeit lernten seine Kinder verschiedene Instrumente. Tochter Sabrina spielt Klavier und Flöte, die Zwillinge Heiko und Mirko Akkordeon. Tochter Theresa machte das Hobby zum Beruf, studierte Klavier und Gesang für den Musikunterricht an Grundschulen. Seit einiger Zeit hat er ein Gartenhäuschen im Besitz, wo er nun jeden Sonntag spielt und gerne auch Gäste zum gemeinsamen Musizieren einlädt. Das Walpurgisfest ist nur eine logische Folge seiner Musikantenstammtische. Dabei darf natürlich auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen.

Dafür ist Hedwig Nittmann zuständig. Mit ihren Helfern kreiert sie Schmankerln wie einen deftigen Hexenkessel, ein Weinschaumsüppchen, Brotzeitteller oder ein Erdbeer-Tiramisu. Rund 120 Gäste darf das Team bewirten. Die Musiker geben jeder in zwei Durchgängen Kostproben ihres Könnens, danach wird spontan gespielt. Los geht es am Donnerstag ab 19.30 Uhr.
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