Petticoats und weite Röcke

"The Satellites" boten mit Rock "n" Roll der 1950er Jahre und dem Blues & Rockabilly aus den 20ern eine mitreißende Bühnenshow. Bilder: gag
 
Schicke Straßenkreuzer aus den Nachkriegsjahren waren in Neudorf zu bestaunen. Die Chevrolets gaben den Ton an.

Erst zum zweiten Mal veranstaltet und schon Kult: Die "Rockabilly Fire"-Party im ehemaligen Tanzcafé Silvia ließ erneut die "Original Fifties" auferstehen.

Neudorf. (gag) Das Konzept des in Neudorf aufgewachsenen Organisators und eingefleischten Rockabilly-Fans Michael Hartinger ging wieder auf. Bereits ab 18 Uhr waren vor dem Tanzcafé am Ortseingang die tollsten Straßenkreuzer aus den Nachkriegsjahren zu bestaunen. Die Marke Chevrolet war in der Mehrzahl. Doch auch schnittige Ford Mustang, ein 1940er Ford Hot Rod oder ein Original amerikanischer Ford-Polizeiwagen sorgten für leuchtende Augen bei den Fans. Frech duckte sich ein alter VW Käfer zwischen den Boliden, auf dem Dachträger alte Lederkoffer.

Die Besitzer dieser Schmuckstücke waren originalgetreu im Rockabilly-Stil versammelt, ebenso die meisten Gäste. Da raschelten Petticoats unter weiten Röcken, schicke Damen mit elegant gestylten Frisuren und leuchtend roten Lippen unterhielten sich mit den nicht minder feschen Männern. Wie das aussieht? Die Frisur auf einer Seite kurz geschoren, Haartolle, rasierter Scheitel. Wer das Gefühl hatte, noch nachhelfen zu müssen, hatte mit Klaus' Barbershop aus Amberg einen Profi vor Ort, der mit Schere und Pomade zauberte. Natürlich durften sich auch die "Rockabellas" verschönern lassen, was die Mädels von "Ninas HairLounge" mit Lockenstab und vielen Haarklammern machten. Wer wollte konnte sich im Nebenraum gleich fotografieren lassen.

Gastsänger auf der Bühne

Auch mit der Musikauswahl traf Hartinger wieder ins Schwarze. Waren im Vorjahr die "Sunny Recorders" aus Amberg noch Vorband, spielten sie dieses Mal an zweiter Stelle. Mit Musik des legendären Plattenlabels Sun Records aus Memphis/Tennessee interpretierten sie nicht nur Elvis Presley, Chuck Berry und Carl Perkins, sondern brachten auch einige ausgefallene Songs, Country und Rock 'n' Roll zu Gehör. Besonders die lockere Präsenz von Jörg "Heinzi" Hinterberger (Gesang und Akustikgitarre) riss das Publikum mit. Sogar ein Gastsänger aus dem Publikum durfte mit auf die Bühne und machte seine Sache großartig. Die erste Band war "The Satellites". Wohnort: "Outer Space". Die Musiker haben sich dem Rock 'n' Roll der 1950er Jahre und dem Blues & Rockabilly aus den 20ern verschrieben. Mit ihrem authentischen Aussehen in schwarzen Hemden mit Krawatte und braunen Bundfaltenhosen, dem mitreißenden Sound und ihrer fetzigen Bühnenshow begeisterten sie vom ersten Ton an das Publikum, so dass sofort die Tanzfläche proppenvoll war.

Ted (Guitar, Vocals), Howlin' Mad Max (Guitar, Harmonica, Vocals), Holly (Guitar, Vocals), TJ (Upright Bass) und Matty (Drums, Vocals) tobten sich derart aus, dass zur Pause ihre Hemden patschnass waren. Sie sangen von "Pretty Linda", "Wild Little Willy" oder "Baggie Maggie", während auf der Tanzfläche schnelle Schrittfolgen und wehende Röcke die Zuschauer begeisterten.

Zwischendrin liefen zwei hübsche "Jägermeister-Feen" auf alten Rollschuhen von Tisch zu Tisch und balancierten ein Tablett mit Schnapsgläsern. Sogar Wirt Josef Schärtl stand persönlich hinter dem Tresen.
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