Pfaffenhofener Gstanzeln: Lieslklau und die verirrte Sau
Auch die Zeitung kriegt ihr Fett weg

Sichtlich froh waren sie, dass alles so gut lief - die Pfaffenhofener Kirwaleit mit den Allersburger Musikanten.
Zum Baumaustanzen hatten sie schon mal schöneres Wetter. Trotzdem feierten die Kirwaleut aus Pfaffenhofen drei Tage - zünftig, und mit neun Paaren. Dazu holten sie sich eine rund 30 Meter große Fichte, die die Moidln und Burschen verzierten.

Die ganze Nacht bewacht

Dann ging es ans Aufstellen, unter dem Kommando von Altkirwabursch Siegfried Wittmann und unterstützt von vielen Helfern aus den umliegenden Ortschaften sowie den Kirwaburschen aus Kastl. Nach gut zwei Stunden war es geschafft. Damit dem Prachtstück kein Schaden zugefügt werden konnte (was schon vorgekommen ist), wurde die Fichte die ganze Nacht hindurch bewacht. Abends spielten die Roum Boum aus Kastl im Wirtshaus auf.

Neun Paare tanzen

Am nächsten Vormittag wurde in der Pfaffenhofener St.-Martins-Kirche Gottesdienst gefeiert. Am Nachmittag wurden die Moidln von den Burschen mit einem Oldtimerschlepper mit Strohfuhrwerk eingeholt. Die Lauterachtaler Musikanten aus Allersburg stimmten die neun Paare auf ihren großen Auftritt ein.

Angeführt von den Musikanten und dem letztjährigen Oberkirwapaar Tina und Stefan wurden sie von den zahlreichen Zuschauern mit Applaus begrüßt. Dann zeigten die Kirwaleut, was sie bei schweißtreibenden Übungsabenden gelernt haben.

Zum neuen Oberkirwapaar wurden Christine Iberl (Kastl) und Sebastian Weber (Pattershofen) gewählt. Auch das Gstanzlsingen ließen die jungen Leute nicht aus - sie nahmen dabei manches Ereignis und auch lokale "Größen" aufs Korn.

Gestohlenes Prunkstück

Beherrschendes Thema war natürlich der Lieslklau bei der Kastler Roumkirwa, bei der das Prunkstück während des Austanzens gestohlen wurde und bei der Verfolgung des Diebs zu Bruch ging.

Auch wurde bekannt, dass ein schusseliger Autofahrer seinen Pkw-Anhänger nicht geschlossen hatte und deshalb die transportierten Getränke auf der Straße statt beim Knipferfelsenfest landeten.

Ein Gstanzl wert war es auch, dass das örtliche Dorffest eine Woche zu früh in der Zeitung angekündigt war - und tatsächlich ein paar Unerschütterliche kamen, obwohl erst eine Woche später gefeiert wurde.

Gewurmt hat es die Kirwaleit, dass die Kastler Disco nach langer Zeit wieder aufgemacht hat - ausgerechnet in der Kirwazeit. Außerdem wurde bekannt, dass sich eine Wildsau in Pfaffenhofen verirrt hatte und vorm Gasthaus zum Schweppermann herumlief.

Den Wirt derbleckt

Der Wirt wurde ebenfalls derbleckt, weil er beim Heimtransport von Gästen einen Kastler übersah und ihn einfach stehen ließ. Zum Abschluss wünschte man einem erfahrenen Kirwaburschen, der einen Motorradunfall hatte, gute Genesung, damit er nächstes Jahr wieder mitfeiern kann.

Der Montagnachmittag begann mit dem Bärtreiben. Der Baum wurde abends verlost. Das Keilholz ging an Markus Fink aus Kastl, den Baum loste Jürgen Rubenbauer, der ihn gleich an die Burschen zurückgab, ehe ihn Markus Blomenhofer für über 200 Euro steigerte.
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