Pfarrer Adam Nieciecki verteidigt die Entscheidung, dass künftig drei Orte eine ...
"Das ist eine egoistische Sicht"

Pfarrer Adam Nieciecki. Bild: hfz
Adam Nieciecki hat Verständnis, dass sich Kaltenbrunn einen eigenen Pfarrer wünscht. Er sagt aber auch, dass viele Menschen mit dieser Fusion gerechnet haben müssen. Von der Entscheidung, dass er künftig für die Seelsorge der drei Orte Weiherhammer, Kohlberg und Kalten zuständig sein wird, erfuhr der Pfarradministrator am Freitag. Er habe sie positiv aufgenommen. Kritik äußerte hingegen Martina Messer, Pfarrgemeinderatssprecherin in Kaltenbrunn. Sie brachte ihre Enttäuschung über die Entscheidung zum Ausdruck (wir berichteten). Nieciecki entgegnete: "Das ist eine egoistische Sicht." Kohlberg sei größer als Kaltenbrunn und habe auch keinen eigenen Pfarrer.

Bis Mitte August ist Irudayaraj Devadass noch für Kaltenbrunn zuständig. Ab 1. September übernimmt Nachfolger Nieciecki, der betont: "Ich möchte alle drei Pfarreien gleich behandeln." Die Bischöfliche Pressestelle in Regensburg schickte eine Stellungnahme, in der von einer "pastoralen Planung" die Rede ist. Für die Diözese seien bereits in den Jahren 2001 und 2002 Strukturen erarbeitet worden, die sich mit der personellen Entwicklung im Bistum beschäftigen. "Für das Dekanat Weiden wurde unter anderem die Pfarreiengemeinschaft Weiherhammer-Kohlberg-Kaltenbrunn geplant." Laut Presseabteilung hat Pfarradministrator Devadass schon seit längerem seinen Rückzug angekündigt und erklärt, dass er in seine Heimat zurückkehren möchte. Pfarrer Adam Nieciecki bekomme einen "Pfarrvikar in die Einführungsphase".

Die Pressestelle ließ zudem wissen: "Für Kaltenbrunn bedeutet das sicher eine große Umstellung, so wie 2012 schon für Kohlberg." Aber im Blick auf die Pfarreiengemeinschaft und deren pastorale Betreuung sei die Regelung sinnvoll für die zukünftige Entwicklung der Seelsorge.

Karl Bauer gestand, dass er traurig sei, dass es zu der Entscheidung kam: "Natürlich hätten wir gerne einen eigenen Pfarrer gehabt." Der Kirchenpfleger kritisierte vor allem die Kommunikation. Mit dem Gremium sei nicht gesprochen worden. Er bekannte aber auch: "Realistisch eingeschätzt, haben wir damit rechnen können."

In der Region gebe es nur noch wenige, die Pfarrer werden. Oft könne man sich nur noch mit ausländischen Kräften "über Wasser halten". Andernorts gebe es Pfarreigemeinschaften mit sechs oder acht Gemeinden: "Welche Argumente haben wir also für einen eigenen Pfarrer?" Deshalb sei er auch zu Kompromissen bereit. Das Ziel für die Zukunft sei es, dass die Pfarreien zusammenwachsen.
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