Pfarrer Edmund Prechtl interpretiert den Roman "Die Hütte" aus religiöser Sicht
Haus durch Schmerz erbaut

Kaffee, Kuchen und "die Hütte": Rund 70 Zuhörer folgten der Einladung der KAB, dem Frauenbund und Männerverein Kastl. Sie waren "ganz Ohr" über die Geschichte und Pfarrer Edmund Prechtls Sichtweise. Bild: mng
Kastl. (mng) "Gott ist wie ein großer Papa". Dieses Zitat stammt aus dem Roman "Die Hütte - ein Wochenende mit Gott" des kanadischen Autors William Paul Young, mit dem sich Pfarrer Edmund Prechtl im Pfarrhof auseinandersetzte. Eingeladen dazu hatten die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Frauenbund und der Männerverein.

Mit persönlichen Eindrücken von der Geschichte sowie einer Portion Humor sorgte der Pressather Geistliche für kurzweilige Unterhaltung und Begeisterung bei den rund 70 Zuhörern. In der Geschichte geht es um einen Mann namens Mackenzie, kurz "Mack" genannt, dessen Tochter vor Jahren verschwand. Vier Jahre später, mitten in seiner tiefen Trauer, erhält er eine rätselhafte Einladung zu einer Hütte, in der man letzte Spuren seiner Tochter fand. Trotz seiner Zweifel lässt er sich auf dieses Treffen ein, und eine Reise ins Ungewisse beginnt.

In der Hütte trifft er Gott als Vater, Jesus und den Heiligen Geist an. In den Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt der Vater zu einem neuen Verständnis von Schöpfung.

Der Referent ermutigte die Zuhörer, ihre Sorgen und Nöte, aber auch Freuden vor Gott zu bringen. Der Mensch müsse nicht, er dürfe jedoch alles tun, was er aus Liebe tun wolle. Dies hinterlasse Spuren im Leben der Menschen. Die Bibel mit ihren Beispielen immer fest im Blick, lud er ein, selbst zu differenzieren zwischen dem Menschen selbst und seinem Handeln. Zu verzeihen, sich selbst von Hass und Neid zu befreien, Schuld an Gott weitergeben, nicht urteilen und verurteilen, und vergeben, dazu riet der Geistliche.

Direkt aus dem täglichen Leben bezog er seine Beispiele in Anlehnung an Mackenzie. Zum Ende des lebhaften Vortrags mit zahlreichen Beispielen und Gleichnissen zog der Geistliche als Fazit: "Auf Gott vertrauen, soweit es einem möglich ist. Und es ist nicht unsere Aufgabe, die Menschen zu ändern."

Young schrieb "The Shack", wie der Roman im Original heißt, vor rund zehn Jahren als Weihnachtsgeschenk für seine sechs zum Teil schon erwachsenen Kinder. Freunde, die die Geschichte lasen, drängten ihn, sie zu veröffentlichen. Der Autor arbeitet im Buch eigene Erfahrungen mit Missbrauch, Leid und dem Leben als Missionarskind auf. Dabei dient ihm die Hütte als Metapher für das "Haus, das man aus seinem eigenen Schmerz baut", wie er einst in einem Interview sagte.
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