Pfarrer erläutert bei Frauenbund-Frühstück Gestaltung des Hungertuches
"Voller Tiefe und Ausdruckskraft"

Ideal zur Meditation: Das ist laut Pfarrer Thomas Jeschner das Hungertuch 2015, das auch in der Stadtpfarrkirche hängt. Gestaltet wurde es von Professor Dao Zi aus Peking, der sich von Versen aus der Bergpredigt inspirieren ließ.

Bei der Frühstückveranstaltung des Katholischen Frauenbundes legte Jeschner aus, was der chinesische Künstler mit der Gestaltung des Tuches zum Ausdruck bringen will. Er betonte, dass sich das 20. Misereor- Hungertuch von allen seinen Vorgängern durch Abstraktion und Reduktion unterscheide. "Wir sehen ein Bild voller Tiefe und Ausdruckskraft vor uns, das einen meditativen und spirituellen Zugang ermöglicht und vielleicht auch fordert." Dao Zi habe mit seiner Kunst den Wesenskern der christlichen Botschaft sichtbar machen wollen.

Der Geistliche ging zunächst auf die dabei verwendeten Farben Gold, Schwarz, Rot und helles Grau und ihre symbolische Bedeutung ein. So bilden Schwarz und Rot zusammen gesehen die Form eines Kreuzes. Gold, in der traditionellen chinesischen Tuschemalerei eine ungebräuchliche Farbe, symbolisiere die Sonne, die Transzendenz und die Macht des Göttlichen, aber auch Habgier und Reichtum. "Schwarz und Rot stehen für Blut, Tod und Leiden." In Gott und Gold sah Jeschner eine enge Beziehung seit uralten Zeiten. Bereits in der Frühzeit hätten Menschen den Göttern Sach- und Naturalwerte dargebracht. Später seien Gold- und Silberbarren in den Heiligtümern hinterlegt worden.

Mit Blick auf das viele Gold stellte der Pfarrer die Frage: "Wie viel ist genug?" Beim Streben nach einem zufriedenen und würdigen Leben gehe es heute auch um die gerechte Verteilung von Gütern. "Geld muss benutzt werden, es darf uns nicht beherrschen", forderte er. Jesus sei Kronzeuge dafür, "dass das maßlose Lebensgefühl sich verschenkender Liebe, der herrliche Luxus eines Lebens in Fülle und die Freiheit eines Daseins für andere zu einem neuen Lebensstil werden kann".
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