Pfarrer Georg Rabeneck kann sich Aufbewahrung von Urnen in St. Martin vorstellen
Ein Kolumbarium in der Kirche?

Pfarrer Georg Rabeneck (stehend) sprach vor dem Gemeinderat über würdige Bestattungsformen, die auch dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen. Bild: ds
Kirchliche und weltliche Gemeinde begegneten sich zu Gedanken über den Wandel in der Bestattungskultur. Pfarrer Georg Rabeneck von der katholischen Pfarrei Neukirchen-Etzelwang sprach darüber vor dem Etzelwanger Gemeinderat.

Der Mensch besteht aus der Seele und dem Leib. Um beiden im Tod die Würde zu erweisen, bevorzugte der Pfarrer die Erdbestattung. Er verkenne aber die Gründe für die Feuerbestattung nicht. In einer Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr über Generationen an einem Ort blieben, werde eine aufwendige Grabpflege für weit entfernt wohnende Hinterbliebene zum Problem.

Auch die hohen Ausgaben für eine etwa 15-jährige Liegezeit beeinflussten die Entscheidung. Um die Kostenfrage zu umgehen, empfahl der Pfarrer, für Erdbestattungen pflegeleichte Gräberfelder anzulegen. Er stellte sich Rasenflächen vor, unter denen die Särge dicht nebeneinander ruhen, unter im Boden eingelassenen Steinen mit den Namen der Verstorbenen. Das Gräberfeld ohne Einfassungen und ohne Grabsteine erleichtere die Pflege des Rasens durch die Friedhofsverwaltung. Ein Monument, eventuell mit einem Blumenbeet verschönert, könnte auf das Gräberfeld hinweisen.

Pfarrer Rabeneck dachte auch auch über einen würdevollen Aufbewahrungsort für Urnen nach. Der Rückgang der Gottesdienstbesucher - in Etzelwang feiern von rund 300 Katholiken noch zehn Prozent die Messe mit - stelle mittelfristig die Nutzung vieler Kirchen angesichts hoher Erhaltungskosten in Frage.

In Etzelwangs St.-Martins-Kirche könnte er sich ein Kolumbarium - eine Aufbewahrungsstätte für Urnen - vorstellen. Raum für den Trauergottesdienst wäre in den sogenannten Katakomben im Untergeschoss vorhanden, während die achteckige Form des Altarraums Platz für Urnen böte. Auch für das Innehalten von Trauernden biete dieser Raum eine würdige Atmosphäre.

Ein Urnenhain in einem Wald berge die Gefahr, dass Beisetzungen ohne kirchliche Begleitung stattfinden müssten. Gegen anonyme Beerdigungen hegte Rabeneck Vorbehalte.
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