Pfarrer gibt noch Rätsel auf

Vorsitzender Thomas Hederer (links) und Präses Pfarrer Armin Maierhofer (Sechster von links) dankten den langjährigen und verdienten Mitgliedern für ihre Verbundenheit und Mitarbeit. Bild: wew

Hans Walter ist ein versierter Kenner der Geschichte der Pfarrei Kastl. Seine Erkenntnisse hat er mit Robert Neuber in einem Film zusammengefasst. Ausschnitte daraus präsentierte Walter beim Katholischen Männerverein. Dabei kamen auch bisher nur wenigen bekannte Ereignisse zutage.

Kastl. (wew) Hans Walter stellte zu Beginn seines geschichtlichen Überblicks das Wappen der Gemeinde vor. Es war erst 1982 entworfen und eingeführt worden. Der Radbalken im oberen Teil weist auf das Wirken der heiligen Bonifatius hin. Es ist aber nicht geklärt, ob der Heilige auch wirklich um 1000 nach Christius in Kastl war. Der Bonifatiusstein auf dem Friedhof erinnert als eines der ältesten Denkmäler im Landkreis ebenfalls an dessen missionarische Tätigkeit.

Wechselvolle Geschichte

Die beiden Drachenflügel beziehen sich auf die Kirchenpatronin, die heilige Margaretha, während der blaue Balken auf silbernem Grund die Beziehungen zu den Landgrafen von Leuchtenberg als Lehnsherren symbolisiert. In den Bischöflichen sowie in den Landesarchiven liegen eine Vielzahl von Urkunden, die auf die Verbindungen zum Kloster Speinshart, die wechselnden Herrschaftsverhältnisse sowie die prägenden Personen in der wechselvollen Geschichte von Pfarrei und Gemeinde Kastl hinweisen. Der Film über die Schlacht bei Kastl gegen die napoleonischen Truppen 1796, das darauf wohl entstandene Schützenmarterl im Hessenreuther Wald und über Glaube und Aberglaube im 17. und 18. Jahrhundert bereiteten Walter und Neuber viele historische Erkenntnisse. So wurden für mache Irrlehren durchaus empfindliche Strafen ausgesprochen, von systematischen Hexenprozessen ist aber nichts bekannt.

Ebenso beleuchtet die Arbeit von Walter und Neuber das karge Leben der bäuerlichen Bevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert, die von mancher Umweltkatastrophe wie Überschwemmungen oder Dürreperioden nicht verschont blieb. Viele Rätsel gibt das Leben des Theologen und Juristen Christophorus Grammer auf. Dieser wirkte bis zum Anfang des 18. Jahrhundert rund 35 Jahre als Pfarrer in Kastl. Die Grabplatte des offensichtlich sehr einflussreichen Geistlichen weist einige Symbole auf, deren Bedeutung nach wie vor im Dunkeln liegen.

Auch ist nicht bekannt, woher Grammer stammte und wie es zu der Verbindung zum Kloster Speinshart kam, das er wohl auch juristisch betreute.
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