Pfarrer Helmut Brunner feiert Abschiedsgottesdienst auf dem Kirchplatz - Stehender Applaus der ...
Nach 15 Jahren Zelte abgebrochen

"Bruck wird Sie nie vergessen", sagte Bürgermeister Hans Frankl (rechts) und übergab dem scheidenden Pfarrer Helmut Brunner nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz ein Aquarell als Erinnerung. Bild: mos
Dass er die Pfarrei St. Ägidius in diesem Jahr verlassen muss, hatte Pfarrer Helmut Brunner seiner Gemeinde bereits im Frühjahr mitgeteilt. Die Gläubigen konnten sich somit langsam an den Gedanken gewöhnen, dass ihr beliebter Seelsorger Ende August "weiterziehen" muss. Als aber nun am vergangen Sonntag mit dem Bürgerfestgottesdienst zugleich der Abschiedsgottesdienst für den Brucker Priester gefeiert wurde, floss doch manche Träne.

Pfarrer Helmut Brunner zelebrierte den Gottesdienst auf dem vollen Kirchplatz. Kinder brachten sich in die Gestaltung ebenso mit ein wie die "Ägidispotzn", der Pfarrgemeinderat, der Kirchenchor und die Gruppe B'choired. Pfarrgemeinderatssprecherin Christa Schwarzfischer und ihre Stellvertreterin Margit Windl verglichen das segensreiche Wirken des Geistlichen mit einem Zelt, das Schutz vor Wind und Wetter biete. Jedoch lade ein Zelt nicht dazu ein, sich dauerhaft dort einzurichten. Man breche sein Zelt nach einer gewissen Zeit wieder ab, um es an einem neuen Ort wieder aufzuschlagen. Wie der Zeltboden die Unterlage für das Zelt ist, habe Pfarrer Brunner in den Schulen und Kindergärten die "Unterlage" für den Glauben der Kinder gelegt. Leider heiße es für Brunner nun, die Zelte in Bruck abzubrechen und sich auf den Weg nach Obertraubling zu machen. Sie überreichten ihm symbolisch einen Rucksack, in den ein kleines Kreuz und eine Madonnenfigur gepackt waren. Pfarrer Brunner sagte, dass es gut sei, nach 15 Jahren seinen Rucksack zu packen und wo anders neu zu Beginnen. Er bedankte sich bei allen, die ihn in den vergangen Jahren tatkräftig unterstützt hatten und deren Einsatz für ihn nicht selbstverständlich gewesen sei. Namentlich nannte er den verstorbenen Pfarrer Andreas Simmeth. Er sei kaum je einem Priester begegnet, der seine Aufgabe bis ins hohe Alter so zuverlässig erfüllt habe, wie er. In den vergangen 15 Jahren habe er mit der Pfarrgemeinde Freud und Leid und auch die Nähe Gottes geteilt. Er habe sicherlich auch Fehler gemacht, dafür bitte er um Verzeihung.

Vor dem Segen überreichte Christa Schwarzfischer noch ein Abschiedsgeschenk: Ein Buch, das von allen kirchlichen Vereinen, Institutionen und Chören gestaltet worden war. "Ihre offene herzliche Art wird uns sehr fehlen", sagte sie.

Bürgermeister Hans Frankl bedankte sich bei Brunner für die gute Zusammenarbeit. Es habe Berührungs-, aber keine Reibungspunkte zwischen weltlicher und kirchlicher Gemeinde gegeben. Es falle ihm schwer, ihn gehen zu sehen. "Die neue Pfarrei kann sich glücklich schätzen", sagte Frankl, "Bruck wird Sie nie vergessen". Er schenkte Brunner eine Aquarellzeichnung. Die Gottesdienstbesucher spendeten spontan stehenden Applaus. Auch nach dem Schlusssegen beim Einzug in die Kirche, begleitete ihn der Applaus der Pfarrgemeinde. Viele Anwesenden verabschiedeten sich von "ihrem" Pfarrer noch persönlich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bruck (4672)Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.