Pfarrer Markus Ertl seit 20 Jahren in Wernberg-Köblitz - Pfarrei lebendig gestalten
"Nicht überall der Kopf sein"

Markus Ertl ist seit genau 20 Jahren Pfarrer in Wernberg-Köblitz. Bild: Völkl
Wernberg-Köblitz. (cv) "Es war genau 8.32 Uhr", erinnert sich Pfarrer Markus Ertl an seinen ersten Schritt ins Pfarrhaus St. Anna. Viele Schritte folgten. Seit 20 Jahren ist der Geistliche in der Pfarrei tätig und stets bemüht, sie lebendig zu gestalten.

"Die Wernberg-Köblitzer haben mir den Anfang leicht gemacht", erzählt der 54-Jährige im NT-Gespräch. Beim Gottesdienst und dem Empfang mit den Vereinen "habe ich die Bürger als unkompliziert und offen kennen gelernt". In der Pfarrei warteten viele Aufgaben. Der Neubau des Kindergartens St. Anna stand an - übrigens einer der ersten im Landkreis, in dem der Bedarf an Krippenplätzen erkannt wurde. Das Pfarrheim St. Anna entstand, Burgkapelle und die Kapelle am Kalvarienberg sind renoviert. Ein Großprojekt war die Generalsanierung der Pfarrkirche St. Anna.

Doch Ertl baute auch an einer "lebendigen Pfarrei". Tradition haben die Bibelwanderungen in den Bergen. Der Pfarrer ist als begeisterter Bergwanderer immer mit von der Partie. Vor Ort entstand hingegen der reizvoll gelegene Besinnungsweg. Osterbrote werden gebacken, Fastenessen organisiert. Die Anfänge des Weihnachtsmarktes gehen auf den Geistlichen zurück. Es gibt ein Maifest, einen Neujahrsempfang, Kinderbibeltage, Familien- und Seniorengottesdienste und die "Nacht der offenen Kirche". Ertl pflegt Kontakte: Bei der Feuerwehr ist er Mitglied und sogar in Besitz eines Leistungsabzeichens, nach der Christmette schenkt er Glühwein aus.

Eine große Herausforderung war in Zeiten des Priestermangels die Zusammenlegung von Pfarreien. Die Umstrukturierung lief bereits 2005 an, als die Expositur Glaubendorf zur Pfarrei St. Anna kam. 2008 dann die große Zäsur: Wernberg, Oberköblitz, Neunaigen und Glaubendorf wurden zur Pfarreiengemeinschaft zusammen gelegt. Waren bei Ertls Amtsantritt 1582 Gläubige zu betreuen, so sind es jetzt rund 4800. Ein enormes Pensum, das Organisationstalent verlangt. "Wir machen alle vier Wochen einen Plan", erzählt Pfarrer Ertl. Mit "wir" meint er die Ruhestandgeistlichen Dr. Johannes Schlosser, Norbert Demleitner und Josef Höning. Pastoralassistent Maximilian Pravida widmet sich dem Kinder- und Jugendbereich. Auch der Laienarbeit wird großer Stellenwert eingeräumt. "Man muss nicht überall der Kopf sein", meint der Geistliche, dem in der Pfarreiengemeinschaft "Eigenständigkeit und Lebendigkeit" wichtig sind. Wenn die Pfarreimitglieder "Christsein zeigen" und Ideen einbringen, "läuft es gut". Er selbst pflege "ein offenes Pfarrhaus", in dem ihn Ratsuchende "nicht nur zu den Bürozeiten" anrufen könnten.

Den Wechsel in eine andere Pfarrei, der bei den meisten Priestern nach etwa zehn Jahren ansteht, hat Pfarrer Ertl indirekt auch vollzogen: Er übernahm das Gebilde "Pfarreiengemeinschaft" und sieht seine Hauptaufgabe darin, "den Menschen die Freude am Glauben zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass Gott im Leben wichtig ist".
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