Pfarrer Prechtl predigt beim Besinnungsnachmittag Bescheidenheit und Mäßigung
Genug ist genug und jetzt ist jetzt

Nicht mehr alle Latten am Zaun: Pfarrer Edmund Prechtl zeigt eine schöne Bastelarbeit, der Betrachter erkennt, aber nur die fehlenden Elemente. Bild: hfz
Den Besinnungsnachmittag eröffnete die KAB der Fastenzeit entsprechend mit einer Kreuzwegandacht in der Pfarrkirche. Gebetet wurde nach einer Vorlage aus der Pfarrkirche in Algund in Südtirol. Gestaltet wurde die Andacht von Mitgliedern der KAB und Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath. Zu jeder Station legten Gläubige ein kleines Kreuz aus Zweigen vor den Altar. Anschließend gab es im Pfarrheim Kuchen, Kaffee und Tee.

Pfarrer Prechtl stellte seinen Vortrag, unter das Leitwort "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" - das Lebensmotto des heiligen Don Bosco. Der Philosoph Friedrich Nietzsche habe festgestellt: "Christen sollten erlöster aussehen." Was dieser spöttisch gemeint haben dürfte, fand aber auch Pfarrer Prechtl. "Wir haben eine "Frohbotschaft." Papst Johannes XXIII. habe gesagt: "Nehme dich nicht so wichtig." Da habe ihm wohl etwas die Angst vor seinen Aufgabe genommen. Gelassenheit, über sich selbst lachen sei das Gebot. Doch man finde eine freudlose Gesellschaft vor, Unersättlichkeit, obwohl alles nötige da sei. Als Beispiel zog Prechtl einen kleinen, gebastelten Zaun aus der Tasche, dem zwei Latten fehlten. Die Menschen würden nicht die schöne Bastelarbeit sehen, sondern nur die Lücken.

"Wenn wir einmal in Rente sind, dann . . .", denken viele Menschen. Aber wenn man die Rente nicht erlebt, hat man sein Leben nicht gelebt. Die kleinen Freuden des Alltags werden ignoriert, man bedenke, Spaß ist nicht Freude. Immer mehr Spaß macht nicht glücklicher. Als gutes Beispiel kann man sehen, dass es keinen Spaß macht, Kranke zu pflegen, aber es erfülle mit Freude.

Die katholische Kirche wird oft als "blockierter Riese" gezeichnet. Tatsache sei, dass es keine Vereinigung gibt, die mehr Leute mobilisiert. Warten können ist der Weg zur Freude. Wenn im Herbst die Plätzchen, Lebkuchen und Nikoläuse schon in den Geschäften stehen, ist die Freude an Weihnachten dahin. Advent ist nicht Weihnachten. Advent ist Fastenzeit, damit man das weihnachtliche Fest begehen kann. Am eindrucksvollsten zeigt die Natur, in der es auch die Wachstums- und Reifezeit als Wartezeit gibt und dann erst die Fülle der Gaben in der Erntezeit.

Im Jetzt leben sei richtig, nicht im Stehen schon gehen. Man kann das Jetzt gestalten, die Zukunft nicht. Der wichtigste Mensch ist der, dem ich gerade gegenüber stehe. Vergeben ist ein Heilmittel, das nichts kostet und dazu noch keine Mühe macht und Freude bereitet.
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