Pfarrer und Bürgermeister: Bedeutung des Volkstrauertages nicht vergessen
Von der Geschichte geprägt

Am Kriegerdenkmal in Oberndorf gedachten Bürgermeister Werner Nickl und Stadtpfarrer Konrad Amschl (Vierter und Siebter von rechts) der Gefallen und Vermissten der Stadt Kemnath. Bild: jzk
Eine Woche vor dem Volkstrauertag gedachten die Gläubigen in der Oberndorfer Filialkirche der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege. Pfarrer Konrad Amschl machte dabei mehrere Gründe aus, sich immer wieder des Leides zu erinnern.

Aufmerksamkeit schärfen

Unter den Klängen der Stadtkapelle Kemnath zogen Bürgermeister Werner Nickl und einige Stadt-, Kirchen- und Pfarrgemeinderäte und die Abordnungen der beiden Feuerwehren Höflas und Kötzersdorf und des Schützenvereins Silberbach in das Gotteshaus ein. In seiner Ansprache erinnerte Stadtpfarrer Konrad Amschl an den Ausbruch des Ersten und Zweiten Weltkrieges. "Der Volkstrauertag macht uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat", betonte er. Der Blick zurück auf die Schrecken der Kriege könne unsere Aufmerksamkeit schärfen.

Er sollte zugleich eine Warnung sein vor dem, was kommen kann, wenn wir unachtsam werden. Eindringlich warnte der Geistliche vor dem Vergessen: "Die vielen Kriegsopfer waren sinnlos, wenn wir sie einfach übergehen und uns nicht für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen."

Renate Mayer, die Vorsitzende des Schützenvereins Silberbach, trug die Lesung und die Fürbitten vor. Josef Zaglmann begleitete den Kammerchor Kemnath bei den neuen geistlichen Gesängen auf der Orgel. Nach dem Gedenkgottesdienst stellten sich die Fahnenabordnungen und die Gottesdienstbesucher zum Totengedenken vor dem Kriegerdenkmal auf. Dort hatten Florian Müller und Martin Hautmann in Uniform die Totenwache übernommen.

Nach einem Gebet des Geistlichen und einem Bläserchoral der Kemnather Musikanten ergriff Bürgermeister Werner Nickl das Wort. "Wir trauern um die Menschen, die Opfer von Gewalt und Terror wurden, weil sie den Mächtigen im Wege standen, sich widersetzt haben oder alt und krank waren." Mit bewegenden Worten erinnerte er an den Fall der Berliner Mauer vor genau 25 Jahren.

"Dank und Ehre unseren Helden" stand auf der Schleife des Kranzes, den er für die Stadt Kemnath am Kriegerdenkmal niederlegte. Nach dem Kommando "Senkt die Fahnen" durch Max Weber intonierten die Bläser das Lied "Ich hatt' einen Kameraden". In sicherer Entfernung zündete Max Popp drei mahnende Böllerschüsse. Am Ende der Totenehrung dankte Renate Mayer allen Beteiligten für die eindrucksvolle Gestaltung der Gedenkfeier.
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