"Pfeilgerade" inspiriert zu literarischen Gedanken

"Nicht der Maler ist der Schöpfer des Bildes, sondern der Betrachter", sagte Anton Sammet bei der Eröffnung der Ausstellung in Johannisthal vor ein paar Wochen. "Die Kunst besteht darin, im Betrachter ein Kopfbild zu erzeugen." Dass "Bilder verdichtete Sprache" sind, zeigte sich vor allem beim Betrachten der "Pfeilgerade", einer moderne Darstellung von Adam und Eva. Einige Besucher haben sich dazu Gedanken gemacht:

Hannes Rupprecht: Ein Pfeil - ein Schuss - ein Apfelbaum, ein Mann - ein Weib - ein Menschentraum.

Norbert Neugirg: Ich stand davor und dachte lange: Wer schoss den Pfeil, wo ist die Schlange? Wer schuf die Welt, wo geht sie hin? Nicht wissen ist des Daseins Sinn!

Christine Rupprecht: Pfeilgrad - die Eva scheint's zu wissen, Ihr Adam wirkt noch leicht verbissen!

Richard Hurzlmeier: Titel: Zwei Welten- und doch ein Kosmos, Untertitel: Eine paardynamische Reflexion, Frau Eva plant des Apfels Mus. Herr Adam sinnt nach Orga-Kram.

Eine literarisch-anthropologische Reflexion: Der Ehe-und Familienberater räumt mit einem Augenzwinkern ein: "Leider reimt sich der Zwei-Zeiler nicht. Auch manche Paare können sich im Alltag auf diese Zwei-Welten-Erfahrung oft keinen Reim machen und streben doch nach einem gemeinsamen Kosmos, sehnen sich nach einer gemeinsamen Perspektive... und das nicht nur in der Küche oder am Schreibtisch.

Am Apfel hat es nicht gelegen, der Pfeil der fliegt auch so daneben, denn des Adams Liebesschmerz trifft die Eva nicht ins Herz.

Der Mensch denkt und Gott lenkt den Pfeil der Erkenntnis, gerade fällt der Apfel weit vom Stamm der Genesis.

Hoffnung - Angst - Enttäuschung, pfeilschnell - pfeilgrad daneben.
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