Phelps wagt das Comeback

Michael Phelps will es seinen Kritikern zeigen: Der US-Schwimmstar möchte bei den Olympischen Spielen in Rio starten und an seine Glanzzeiten anknüpfen. Bild: dpa

Jetzt ist es offiziell: Michael Phelps peilt seine fünften Olympischen Spiele an. Der Rekord-Olympiasieger äußerte sich im Rahmen seines Comebacks beim Meeting in Mesa. Die Verbannung aus dem US-Team für die WM akzeptiert Phelps - und könnte doch starten.

Als es um das Ziel Olympia ging, musste Michael Phelps lachen. "Ihr hört es hier zum ersten Mal. Das ist eine große Überraschung", begann der Rekord-Olympiasieger seine allseits erwartete Erklärung. Erstmals bestätigte er am Mittwoch (Ortszeit) offiziell die anvisierte Teilnahme an seinen fünften Spielen. Für das Ziel Rio war der Amerikaner vor einem Jahr in den Schwimmsport zurückgekehrt. "Ich freue mich auf nächstes Jahr, und ich denke, es ist nicht zu schwer, herauszufinden, warum ich wirklich zurückgekommen bin", betonte der 29-Jährige. Nach den Sommerspielen in London hatte er seine triumphale Karriere beendet.

Eine schwierige und turbulente Zeit liegt hinter Phelps. Vermutlich seien es die härtesten Monate in seinem Leben gewesen, gestand der fokussierte Schwimm-Superstar bei seinem Medien-Auftritt in Mesa. Im Bundesstaat Arizona bestreitet der 18-malige Olympiasieger erstmals nach seiner halbjährigen Sperre wieder einen Wettkampf. "Ich habe viel über mich selbst herausgefunden", erklärte der reumütige Phelps. "Ich trage die volle Verantwortung für alle meine Handlungen."

Am 30. September war Phelps in seiner Heimatstadt Baltimore mit 134 Stundenkilometer und einem Blutalkoholwert von 1,4 Promille durch die Nacht gerast. Eine 18-monatige Bewährungsstrafe war eine Folge, die vom US-Schwimmverband verhängte halbjährige Sperre eine andere. Dazu wurde er wegen "Verletzung des Verhaltenskodexes" auch schon aus Team der USA für die WM Anfang August im russischen Kasan gestrichen.

Er akzeptiere die Strafen und werde nicht bei den Weltmeisterschaften starten, sagte Phelps, auch wenn es schmerze, nicht bei der WM dabei sein zu können. Doch hier bahnt sich eine Wende an: Der Weltverband FINA stellt dem für die Außenwirkung des Schwimmens wichtigsten Sportler einen Extra-Startplatz in Aussicht. Zuletzt hatte sich Kritik insbesondere von US-Trainern an Entscheidungen der FINA gehäuft, dieses Manöver könnte eine Art Retourkutsche des Weltverbandes sein.

Phelps weiß, dass ihn auf dem Weg zum nächsten olympischen Höhepunkt die Zweifel nach seiner zweiten Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer begleiten werden. Bereits 2004 wurde der Amerikaner wegen Alkohols am Steuer zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. "Jeder hat das Recht zu glauben, was er will", sagte der 26-malige Weltmeister. Sportlich sei er gut in Form, sei seit 2008 nicht mehr so schnell geschwommen, betonte er. Damals holte er in Peking fantastische acht Olympia-Goldmedaillen.

Trainer Bob Bowman betonte, dass sein Schützling nun "ein anderer Mensch" sei und "einige effektive Entscheidungen in seinem Leben getroffen und sich bislang an sie gehalten" habe. Bowman besuchte Phelps bei dessen sechswöchiger Entzugstherapie in einer Spezialklinik in Arizona. "Ich war wieder skeptisch. Aber nach dem Besuch war ich erstaunt", erklärte der Erfolgscoach. Nun will Phelps abermals die Schwimmwelt verblüffen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mesa (1)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.