"Piano Man" bleibt unvergessen

Die Band singt A-Capella mit Bassbegleitung "For the longest time". Von links: Annika Fischer, Uli Groeben, Richi Beck, Martin Strasser und Philipp Zimmermann. Bild: gge

Annika Fischer strahlt auf der Bühne unglaublich viel Lebensfreude und Spaß aus. Natürlich, fröhlich, ungekünstelt widmete sie zusammen mit ihrer zehnköpfigen Band um Drummer Matthias Baumann den Abend den unvergesslichen Liedern von Billy Joel.

Neuhaus. (gge) Außer Fischer waren noch drei weitere Sänger dabei: Uli Groeben und Richi Beck (beide Absolventen des Music College Regensburg) mit sehr starken Stimmen, und natürlich Martin Strasser aus Landshut als charmanter Frontmann. Nach dem Song "Moving out" bestätigte Strasser in schönstem Niederbayerisch: "Des dad i niamois, nämlich wegziang, wenn i do wohna dad (er meinte Neuhaus) - weils da so schee is!" Und auch Annika bestätigte, dass sie glücklich sei, endlich wieder mal "daham" zu sein, in ihrer "heiß geliebten Heimat Oberpfalz", wo sie ihren "Wou-dou" sprechen könne. Sie stammt aus Weiden, auch die Mama war im Publikum.

Wie beim Fußball

Und sie legte gleich noch eine Kindheitsgeschichte samt Parallele zum Auftritt nach. Sie war nämlich das einzige Mädchen in der D-Jugend beim FC Weiden Ost. Und der Vergleich zu heute? "Wir sind auch jetzt elf Spieler, ich die einzige Frau, das Spiel dauert 90 Minuten, dazwischen Pause, und wenn's gut läuft, gibt's eine Verlängerung und eine Nachspielzeit."

Das Publikum fühlte sich bei so viel Witz und Ausstrahlung sichtlich wohl, das Übrige tat die Musik von Billy Joel. "Only the good die young", "Just the way you are", "Uptown Girl", "New York State of Mind" - die Liste der Hits ist lang, und jeder kennt mehrere davon. Entsprechend oft sang das Publikum auch die Refrains mit oder nutzte die kleine Fläche neben der Bühne zum Tanzen. Locker und fröhlich waren die Anmoderationen zwischen den einzelnen Titeln. "Matter of Trust" sang Groeben ausdrucksstark.

Der Wechsel aus Balladen und temperamentvollen Titeln erzeugte Spannung. Den Text von "We didn't start the fire", einem Zungenbrecher, präsentierte Fischer perfekt und ohne sich zu verhaspeln. "River of dreams", "She's always a woman to me" oder als mehrstimmiger A-Capella-Gesang "For the longest time" (Annika Fischers Vergleich: Jetzt stehen wir da wie beim Elfmeter"). Die Fülle der großartigen Titel des amerikanischen Pianisten, Sängers und Songwriters schien unerschöpflich.

Doch auch Strassers Auftritt im grauen Gehrock begeisterten das Publikum. Sein langer Atem bei "All about Soul", bekam Sonderapplaus. Gänsehautstimmung machte sich breit, als Strasser nur mit Thomas Basy am Piano "And so it goes" anstimmte. Bei der Liebesballade "Just the way you are" schwang so etwas wie Romantik mit. Michael Binders Saxofon setzte dabei weiche Akzente.

Publikum tobt

Und wie war das nun mit der Verlängerung und Nachspielzeit? Keine Frage: Das Publikum tobte vor Begeisterung und forderte mehrere Zugaben. Beim "Piano Man" versuchten manche sogar einen Walzer oder schunkelten zumindest mit.
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