Piepmätze in kleiner Hand

Jonas Reger (links) ist stolzer Hühnerfarmbesitzer und hat sein Herz an das Federvieh verloren. Eine Woche nach Ostern schlüpften zehn Küken, ausgerechnet am vierten Geburtstag seines Bruders Manuel (rechts). In Kürze kommen wohl noch weitere flauschige Piepmätze dazu. Bild: dob

Der Osterhase ist zwar schon wieder um die Ecke gehoppelt, aber im Hause Reger im Pfreimdtal dreht sich noch immer alles um Eier und Küken. Der sechsjährige Jonas Reger ist ein Meister seines Fachs und hat ein außergewöhnliches Hobby: Hühnerzüchten.

Ausgerechnet am vierten Geburtstag seines Bruders Manuel und eine Woche nach Ostern schlüpften zehn seiner Küken. Die Eier beobachtete der Junge jeden Tag im Brutapparat. 21 Tage dauerte es bis aus den Eiern die kleinen Lebewesen schlüpfen. Stundenlang beschäftigt sich der kleine Mann mit seinen Tieren, die ihm längst ans Herz gewachsen sind. Richtig stolz präsentiert er im Garten sein tierisches Eigentum, das schon viel Verantwortung von ihm einfordert.

Akt der Befreiung

Ganz genau beobachtet der Bub das Verhalten der Tiere, die sich auf einem riesigen Wiesenareal gleich hinter dem Wohnhaus richtig wohlfühlen. Natürlich holt er die Frühstückseier alle persönlich ins Haus. Bald kommen zehn frisch geschlüpfte Tiere im Garten hinzu. Aufgeregt war der Bub schon Tage vor dem Schlüpfen und kaum mehr von den Eiern wegzubekommen, berichten die Eltern Michaela und Josef Reger. Verpassen wollte er den Akt der Befreiung aus der Schale auf keinen Fall als die Tiere nacheinander das Licht der Welt erblickten und erste Verständigungsversuche untereinander wagten.

Jonas war so etwas wie ein Geburtshelfer und als sich die ersten Schnäbel durch die Schale pickten, war die Freude riesengroß. Ein anstrengender Weg für die kleinen Hühner, die am Anfang ganz wackelig auf den Beinen standen. Mittlerweile sind die flauschigen Winzlinge schon zu hören, wenn sie sich unter der Wärmelampe um den besten Platz bemühen. Am Beginn seiner großen Leidenschaft war ein nicht ganz alltägliches Geschenk, eine Bruthenne, also eine richtige Glucke.

Ein Bekannter seines Vaters fragte den Jungen, ob er das Tier geschenkt haben wolle und Jonas sagte begeistert zu. Die Eltern dachten, dass es sich sowieso nur um eine kleine Schwärmerei handeln würde und die Freude dann schnell verfliege. Oma Maria besitzt ebenfalls Hühner und hätte der Bruthenne wohl dann Asyl gegeben. Doch weit gefehlt.

Jonas Reger hat sein Herz an das Federvieh verloren und ist mittlerweile stolzer Besitzer einer kleinen Hühnerfarm. Ein ausrangierter Bauwagen dient als Unterschlupf und Hühnerstall. Nur eine Woche nach dem Osterfest sind die rebhuhnfarbenen Italiener, eine alte Legehennen-Rasse und sogenannte Brahma-Hühner geschlüpft.

Bei Letzteren handelt es sich um eine imposante Rasse, die ausgewachsen mit ihren Federfüßen gegenüber ihrer Artgenossen riesig erscheinen. Angenommen wird, dass diese Hühnerrasse aus einer Kreuzung aus Cochin- und Malaien-Hühnern mit einem Schuss Chittagong-Huhn entstanden ist, also die Brahmas asiatischen Ursprungs sind.

Jonas und seinem Bruder ist das egal. Hauptsache seine Tiere fühlen sich wohl und sie wachsen, damit sie bald auf die grüne Wiese können. Ganz vorsichtig nimmt er die Küken in seine Hand, um sie dann wieder vorsichtig in die mit feinem Sand ausgestreute Kiste zu setzen. Sein Bruder Manuel tut es ihm gleich. Fasziniert beobachtet das Brüderpaar die Fortschritte der Tiere.

Jedenfalls finden die Reger-Buben die Beschäftigung mit den kleinen Piepmätzen viel schöner als Fernsehen. Wer hat schon die Chance, ein so kleines kuscheliges Lebewesen, kurz nach der Geburt, liebevoll zu streicheln.

Glückliche Hühner

Bei Jonas wird es bald noch mehr Winzlinge geben, denn die Glucke brütet noch auf einigen Eiern, verriet er. Dann gackern bald noch ein paar Hühner mehr im Reger-Garten. Eines ist sicher: Sie alle zählen jedenfalls zu den glücklichen Hühnern im Land.
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