Plädoyer für "Landschule plus"

Siegfried Seeliger ist ab 1. August neuer Schulleiter. Bild: Völkl

Siegfried Seeliger packt gerne an: Ab August ist er neuer Schulleiter der Landgraf-Ulrich-Schule, doch er nutzte schon im Vorfeld die Stadtratssitzung als Plattform, um sich und sein Ziel vorzustellen - eine Schule mit Profil.

Pfreimd. (cv) Der 1960 in Schwandorf geborene Pädagoge und Vater zweier erwachsener Kinder ist ein Praktiker: Bundeswehr, Hauptmann, Kompaniechef, Lehramtsstudium, Referendarzeit in Pfreimd. Seeliger leitete 2008 bis 2013 die Mittelschule in Ensdorf. Sein Ziel war es, die "kleine feine Landschule" überlebensfähig zu machen, ein eigenständiges Profil zu entwickeln. Für die Initiative gab es den bayerischen Innovationspreis. Dann Ammersricht, eine Schule, die Seeliger mit Pfreimd vergleicht: "Groß und klein", Grund- und Mittelschule. Hier ließen Seeligers Praxis- und Berufsorientierungsklasse aufhorchen, ebenso die Kooperation mit den Stadtwerken Amberg hin zur Energieschule. Der Pädagoge ist Allrounder. Lehrer M-Zug, Fachberater Sport, Fortbildungen in Teamentwicklung, Koordination: Das alles ist eine gute Basis, um seine Ideen umzusetzen: Die "Landschule plus", mit Ideen, Können, Herz und Charakter. Sie hat ihre Wurzeln in der Heimat, ihr Ziel ist nicht das Lernen blinder Inhalte, sondern zielführender und kompetenzorientierter Unterricht. "Die Schule ist nur konkurrenzfähig, wenn sie modern ausgestattet ist", betonte Seeliger. Ihm genügen Beamer, Lautsprecher, Dokumentationskamera und Internetanschluss. Um tagesaktuell unterrichten zu können, brauche es keine teuren Whiteboards.

Profil zeigen

Seeliger möchte die Absolventen fit fürs Berufsleben machen. "Wo Quali drauf steht, muss auch Quali drin sein". Die Pfreimder Schule "hat einen hervorragenden Ruf", schickte der künftige Leiter voraus. Er möchte verstärkt Partner und Angebote von außen ins Boot holen, ist für Ideen dankbar. Wenn die Schule nach außen ein starkes Profil entwickle, "zeugt das auch von starken Schülern". Seeliger freute sich, dass sich beruflich der Kreis in Pfreimd wieder schließt. Derzeit werden 350 Schüler unterrichtet, bis 2020 geht die Entwicklung gegen 300. Seeligers Ziel ist es, "diese Marke nicht zu reißen". Kritisch sieht er die Übertrittsquote angesichts derjenigen Schüler, die wieder zurückkehren. Wobei Seeliger wieder bei den erfolgreichen Praxis- und Orientierungsklassen ist.

Auf Nachfrage von Stadtrat Mirko Hägler bestätigten Seeliger und Bürgermeister Richard Tischler, dass es im nächsten Schuljahr wohl ein Ganztagsangebot geben wird. Es handelt sich um ein Kombi-Modell aus Hort und offener Ganztagsschule.

Offene Ganztagsschule

Das Modellprojekt sieht die offene Ganztagsschule für die Grundschule vor. Die Betreuungszeiten, die nicht abgedeckt werden können, würden dann wieder vom Hort übernommen. Unabhängig davon prüfen Schule und Stadt, ob nicht auch im Mittelschulbereich eine offene Ganztagsschule angeboten werden kann. "Die Eltern brauchen es", so Seeliger.

Es wartet noch eine andere Aufgabe: Laut Bürgermeister wird man wohl eine Übergangsklasse für Asylbewerber einrichten. Im Juni wird die Flüchtlingsunterkunft in der Wernberger Straße belegt. Wenn man die Obergrenze, rund 60 Aslybewerber, ansetzt, könne von 50 Prozent Kindern und Jugendlichen ausgegangen werden.

Stadtrat Hans Müller appellierte abschließend an Siegfried Seeliger, dem Sportangebot wieder größeren Stellenwert beizumessen.
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