Pläne von Protest begleitet

Zwischen dem Betriebsgelände (links, grau) und dem restlichen an die Siedlung angrenzenden Waldstück (rechts, grün) sollen die Erweiterungsbauten entstehen.

Hydraulik Schlögl platzt aus allen Nähten. Das Unternehmen will erweitern und hat dazu das Waldgrundstück zwischen seinem Firmengelände und der Feistelholz-Siedlung erworben. Aus den Reihen der Anlieger kommt massiver Widerstand.

Wernberg-Köblitz. (cv) Das allgemeine Wohngebiet Feistelholz ist durch einen Waldstreifen von der Gewerbefläche getrennt. Dieses Waldgrundstück haben die Schlögls erworben, um ihren Betrieb zu erweitern. Doch um das zu realisieren, müsste die Kommune den Flächennutzungs- und Bebauungsplan ändern.

Schlögls Expansionspläne wurden dem Marktrat schon einmal angekündigt, dann aber zurückgezogen. "Wir wollten die Unterlagen noch fundiert aufbereiten", so Stefan Schlögl, der den elterlichen Betrieb in die Zukunft führt. Auf 8000 Quadratmetern - gut einem Drittel der 20 000 Quadratmeter Waldfläche - sollen laut Schlögls Angaben eine Lagerhalle für Lkw-Ersatzteile, eine Bio-Hackschnitzelheizanlage, eine Aufbauhalle für den Winterdienst sowie ein Gebäude für die Verwaltung errichtet werden.

Lärm und Wertverlust

Bereits vorliegen haben Markträte und Bürgermeister ein Schreiben von zwei Anliegern der Feistelholzsiedlung. Friedrich Thalhofer und Anton Wild befürchten die gesamte Rodung des Waldes. Was ihren Informationen nach frei bleibe, sei ein Abstand von lediglich 20 Metern zur Feistelholzsiedlung. Dieser Streifen solle sich im Eigentum der Ehefrau des Firmeninhabers befinden. "Hier liegt der Verdacht nahe, dass er die Unterschriften der Grundstücksanlieger bei Baugenehmigungen nicht braucht, weil seine Ehefrau unmittelbarer Nachbar seines Grundstücks wäre", so Thalhofer und Wild. Statt "Aussicht auf Wald- und Naturflächen" habe man dann "einen Ausblick auf nackte Wände von riesigen Lager- und Montagehallen". Angeführt werden mehr Gewerbelärm, Werteverlust der angrenzenden Häuser und mehr Lärm durch die Autobahn, wenn der Wald fehlt. Thalhofer und Wild sehen nicht nur die direkten Anlieger, sondern auch die Hinterlieger tangiert. Mit dem Wald gehe ein Stück Natur, Lebensraum für Tiere verloren. Was den Begriff der "Nachhaltigkeit" anbelangt, wäre der Schutzwald für immer verloren.

Der Markt habe sieben Millionen Euro in das von Schlögl "nur einige 100 Meter entfernte" neue Industrie- und Gewerbegebiet investiert. Dem Unternehmer sei eine Aussiedlung zuzumuten. Thalhofer und Wild appellieren an den Vorsorge- und Vertrauensschutz der Gemeinde. Schießlich sei von seiten der damaligen Markträte bei Schögls Bau 1990 beteuert worden, dass eine Ausweitung Richtung Wohnsiedlung nicht in Betracht komme.

"Wir müssen expandieren", unterstreicht hingegen Stefan Schlögl. Man habe sich für ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet interessiert, doch eine Variante mit zwei Firmenstandorten scheide mit Blick auf die Arbeitsabläufe aus. Das wäre eine Verschwendung von Ressourcen. Einen Standort im Gewerbegebiet veranschlagt er mit zehn Millionen Euro. Das sei nicht darstellbar.

Drei Meter im Gelände

Schlögl möchte am Standort bleiben, hier von 40 auf 60 Leute aufstocken. Von 20 000 Quadratmeter Wald würden nur 8000 Quadratmeter benötigt. Der Rest bleibe stehen. Und im Bereich der beiden Anlieger Thalhofer und Wild wäre er ohnehin ausgedünnt. Als Lärmpuffer wirke er nicht. Was die Neubaupläne anbelangt, gibt Schlögl zu bedenken, dass das Unternehmen in einem um drei Meter tiefergelegten Gelände errichtet wurde und auf der Grundstücksgrenze ein zwei Meter hoher Schutzzaun gepflanzt sei. Diese reduzierte Optik setze sich im Erweiterungsbereich fort: "Es bleibt grün". Schlögl sieht in seinen Hallen vielmehr einen Lärmschlucker: Wo das Firmengelände ende, sei der Autobahnlärm für die Anwohner wesentlich intensiver. Und der Bewegungsverkehr auf dem Firmengelände "bleibt, wo er jetzt ist".

Voraussichtlich am 9. Dezember soll der Marktrat das Für und Wider einer Flächennutzungsplanänderung diskutieren. Die Entscheidung liegt in der "Planungshoheit der Gemeinde", so Bürgermeister Georg Butz auf NT-Anfrage.
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