Plan für Familien-Ferienstätte: Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ausbilden
"Im Freistaat einmalige Sache"

Immenreuth. (bkr) Von Überlegungen für die künftige Nutzung der Familien-Ferienstätte im Kemnather Land, besser bekannt als Kolpingferienstätte, erfuhr am Donnerstag der Gemeinderat. Es soll ein bayerisches Leuchtturm-Projekt werden. Noch ist es nur eine Idee, die es zu verwirklichen gilt. Bis dahin können noch eineinhalb Jahre ins Land ziehen. Vorausgesetzt, alles verläuft reibungs- und störungslos.

Investor aus München

Das Vorhaben, das Haus in eine Asylunterkunft umzugestalten, wäre vom Tisch. Die Idee ist, eine Ausbildungsstätte in Zusammenarbeit mit einem privaten Bayreuther Bildungsträger für Jugendliche zu schaffen. Als Investor interessiert sich die PSBG - Power Sales Vertriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH - aus München. Ansprechpartner ist dort Markus Bodenmeier.

Wie Bürgermeister Heinz Lorenz am Freitag im Gespräch mit dem "Neuen Tag" betonte, sieht das Konzept die Ausbildung junger Leute mit und ohne Migrationshintergrund in gemischten Gruppen vor. Jugendliche mit Immigrations-Hintergrund sollen mit der Vermittlung eines Berufs nicht nur besser integriert, sonder gleichzeitig sinnvoll beschäftigt werden. Die Probleme in den Sammellagern würden gleichzeitig umgangen. In Immenreuth würden sie für den Arbeitsmarkt befähigt.

Zwei Ausbildungswege sind zunächst vorgesehen. Begonnen werden soll mit 50 bis 80 Azubis - Tendenz steigend. Wert wird auf eine umfangreiche Betreuung gelegt. Diese Grundidee bedarf jedoch laut Bürgermeister Lorenz noch vieler Absprachen, auch hinsichtlich der Finanzierung. Im Freistaat wäre es eine einmalige Sache."Das Haus soll erhalten bleiben", sagte am Dienstag Alfred Schuster bei der Aufnahme jugendlicher Flüchtlinge in der Familien-Ferienstätte. Er gab bereits einen ersten Einblick in die Überlegungen. Petra Schoberth aus Parkstein wird bei einer Verwirklichung des Projekts neben Schuster die Geschäftsführung mit übernehmen. Nach ihren Worten sei vorgesehen, die Jugendlichen, maximal sollen es 100 sein, für die Dauer der zweieinhalbjährigen Ausbildung in der Familien-Ferienstätte mit unterzubringen. "Wir fangen ganz von vorne an, weil es so etwas noch nicht gibt", sagte sie.

Bis Herbst Gespräche

Viel Wassern wird deshalb noch den Flötzbach hinunterlaufen. Frühestens im Oktober oder November beschäftigt das Thema erneut den Gemeinderat. Bis dorthin, so Bürgermeister Heinz Lorenz, müssten die Initiatoren viele Gespräche, auch mit Ministerien führen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.