Plan für individuelle Lösungen

Willi Perzl brachte den Zuhörern in der Kaibitzer Schlossschänke das Thema Dorferneuerung näher. Bild: stg

Die Gemeinden im ländlichen Raum stehen vor den gleichen Herausforderungen. Sie zu bewältigen ist Ziel einer Dorferneuerung. Welche Voraussetzung dafür die Orte Kaibitz und Löschwitz erfüllen müssen, erläuterte Willi Perzl.

Kaibitz/Löschwitz. (stg) Bürgermeister Werner Nickl berichtete den Bürgern, dass in vielen Ortsteilen schon Maßnahmen auf "niederschwelligerem Niveau" umgesetzt worden seien. Die bisherigen Überlegungen in internen Veranstaltungen sowohl in Kaibitz als auch in Löschwitz verfolgten nun einen deutlich größeren Ansatz. "Die Bürgerbeteiligung ist elementar", betonte der Rathauschef in der Schlossschänke. Aus diesem Grund sei es sinnvoll zu erfahren, was eine Dorferneuerung eigentlich sei und wie beispielsweise die finanzielle Zuschuss-Situation aussehe.

Laut dem stellvertretenden Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth, Willi Perzl, stehen die Gemeinden im ländlichen Raum vor Herausforderungen, die für alle Kommunen gelten, jeweils aber unterschiedlich ausgeprägt seien: infrastrukurelle, wirtschaftliche und ökologische Rahmenbedingungen für das Leben im ländlichen Raum schaffen, solidarische Bürgergesellschaft erhalten und beleben sowie eine Strategie erarbeiten, die eine zukunftsträchtige Entwicklung von Dorf und Gemeinden sichert. Zu den Instrumenten der ländlichen Entwicklung gehörten die Integrierte ländliche Entwicklung (ILE), Leader, die Flurneuordnung und die Dorferneuerung in ihrer umfassenden Art beziehungsweise mit begrenzter Zielsetzung ("einfache Dorferneuerung").

Generell, so der Referent, werde Dorferneuerung nicht als Selbstzweck betrieben, sondern um einen Ort attraktiv zu machen. Anhand verschiedener Beispiele aus der Region erläuterte Perzl Maßnahmen wie die dorfgerechte, ansprechende und funktionale Gestaltung von Straßen und Plätzen, die Wiederbelebung und Umnutzung leerstehender Bausubstanz, die Gestaltung dörflicher Bausubstanz und das Schaffen dorfgerechter Kultur-, Freizeit- sowie Erholungseinrichtungen.

Je nach Art des Verfahrens könne eine Kommune mit entsprechend hohen Zuschüssen rechnen. Diese errechneten sich nach der Finanzkraft der Gemeinde. Die Erfahrung zeige, dass eine Förderung kräftige Investitionsimpulse auslöse. "Ein wesentliches Element zum Gelingen einer Dorferneuerung ist, dass die Bevölkerung beziehungsweise die Dorfgemeinschaft mit im Boot ist", wiederholte Perzl.

Er empfahl, dass sich beide Ortsteile erst einmal gemeinsam auf den Weg machen, eine sogenannte Trägergruppe bilden und ein entsprechendes Seminar absolviert wird: Dort gilt es, Entwicklungsziele zu beschreiben sowie vorrangige Aktionen und Projekte einzugrenzen. Die Dorfgemeinschaften wollen in weiteren Treffen das weitere Vorgehen besprechen.
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