Platz fünf bei Landesentscheid

Die Wettkampfmannschaft schnallt den Verletzten auf der Krankentrage fest, um ihn transportieren zu können. Bild: hfz

Beim Landeswettkampf in Reinwarzhofen zeigte die Wettkampfmannschaft der THW-Jugend Neunburg, dass sie anspruchsvolle Aufgaben souverän bewältigen kann. Mit einem fünften Platz kann sie sich zu den besten Wettkampfmannschaften in Bayern zählen.

Das Landesjugendlager der THW-Jugend Bayern findet aktuell (22. bis 29. August) im mittelfränkischen Reinwarzhofen statt. Ein fester Bestandteil dieses Zeltlagers ist der Landeswettkampf. Dort treten die sieben Bezirkssieger an. Der Sieger darf im darauffolgenden Jahr für Bayern am Bundeswettkampf teilnehmen.

Bezirkssieger

Da Neunburg den Bezirkswettkampf 2014 in Laaber gewonnen hatte, trat die Mannschaft aus der Pfalzgrafenstadt für die Oberpfalz an. Jede Wettkampfmannschaft bestand aus bis zu zehn Nachwuchs-THWlern im Alter von zehn bis 17 Jahren. Der Wettkampf erforderte neben fachlichem Wissen viel Sicherheitsbewusstsein, Geschick und Teamfähigkeit von den Jugendlichen. Vier Schiedsrichter pro Wettkampfmannschaft wachten über die Einhaltung der strengen Bewertungskriterien. Welche das im Detail waren, wurde nur den Schiedsrichtern mitgeteilt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettkampfes stand die Herstellung eines Floßes. Dieses bauten die Junghelfer aus Fässern und Hölzern nur mit Hilfe von Leinen und Spanngurten. Mit hoher Präzision fertigten sie ferner dafür eine Sitzbank aus Holz. Diese platzierten sie mittels eines aus Leiterteilen gebauten Mastkrans auf ihrem Floß. Mit einem Mehrzweckzug bewegten sie das Wasserfahrzeug von Fertigungsstation zu Fertigungsstation. Auch um Stromerzeugung und Beleuchtung kümmerten sich die Jugendlichen in Eigenregie.

Besonders spannend war der Wettkampf wegen vier unbekannter Aufgaben. Erst wenige Stunden vor Beginn erfuhren die Mannschaften, was es zusätzlich zu erledigen galt: In das letzte Dock sollten die jungen THW-Helfer Wasser pumpen, um die Schwimmfähigkeit des Floßes zu testen. Weitere Herausforderungen waren das Versorgen eines verletzten Arbeiters, Kartenkunde und das Anbringen von Handlampen auf dem Floß. Dem eingespielten Neunburger Team machte besonders der krankheitsbedingte Ausfall von zwei Junghelfern bei der Holzbearbeitungsaufgabe zu schaffen. Die eingewechselte Reserve konnte die Bank nicht so routiniert und schnell zimmern. Da die letzten Aufgaben erst nach Fertigstellen der Bank angegangen werden konnten, schafften die Neunburger leider nicht alle Aufgaben in der zweistündigen Wettkampfzeit.

Mulmiges Gefühl

Insofern gingen sie mit mulmigen Gefühlen zur Preisverleihung. Denn alle Bezirkssieger hatten sich exzellent auf den Wettkampf vorbereitet und meisterten die Aufgaben auf höchstem fachlichen Niveau. Somit müssen bei Landeswettkämpfen üblicherweise kleine Differenzen über die Platzierung entscheiden. Doch die Neunburger Mannschaft hatte alle anderen Aufgaben nahezu fehlerfrei bewältigt, sodass sie trotz der Fehlerpunkte für die nicht geschafften Aufgaben den fünften Platz erreichten.

Vorbereitet hatte sich die Wettkampfmannschaft überwiegend bei den Ausbildungsabenden. Während der Schulzeit trifft sich die Neunburger Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) immer freitags um 18 Uhr. Einige zusätzliche Treffen dienten vor allem dazu, den Gesamtablauf zu proben. Getreu ihrem Motto "Spielend Helfen lernen" kam aber auch in der Wettkampfvorbereitungsphase Spiel und Spaß nicht zu kurz. So war es ein besonderes Erlebnis für die Jugendlichen, als sie mit Unterstützung von Wasserwacht und Yachtclub ihr selbst gebautes Floß testeten. Auf dem Eixendorfer Stausee zeigte sich, dass die Wettkampfmannschaft damit problemlos ans andere Ufer übersetzen konnte.
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