Pökeln und räuchern in Indien

Als Beitrag zur Verbesserung der Bodenbewirtschaftung gab Irmgard Lingl, zweite Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Hans Rupprecht 100 Euro mit auf den Weg nach Indien. Hubert Schug steuerte Sachspenden im Wert von rund 1000 Euro bei. Bild: rn

Nächstenliebe und Fernweh: Ein Verbindung aus beidem lassen Hans Rupprecht auf Reisen gehen. Nachdem er bereits für die Bundeswehr auf dem Balkan und in Afghanistan half geht er nun als ziviler Entwicklungshelfer in den Nordosten Indiens.

Den Anstoß für seine Reise nach Indien erhielt Hans Rupprecht durch einen Artikel im "Neuen Tag". Am 8. November habe er aus einem Artikel von Walter Rinderer aus Beidl erfahren, erinnert sich der Eschenbacher. Der Bausachverständige und Unternehmer im Ruhestand berichtete in der Geschichte von seiner neuen Aufgabe: Er leistet Hilfe zur Selbsthilfe beim Volk der Zubza im indischen Bundesstaat Nagaland.

Kost, Logis und Gottes Lohn

In dem Artikel erwähnte Rinderer auch, dass er Verstärkung suche, allerdings nur Kost, Logis und Gottes Lohn anbieten könne: "Entwicklungshelfer leben von ihren Erfolgen vor Ort. Hat man einmal die Dankbarkeit in den Augen der Menschen gesehen, lässt einen das nie wieder los und materielle Dinge werden ganz klein." Als Rupprecht das las, war er sofort interessiert. Auch, dass Rinderer Helfer sucht, die etwas vom Ackerbau, vom Kochen und von Hygiene verstehen, passte auf ihn. "Da mach ich mit", war für Rinderer klar. Selbst, dass er den Flug zahlen musste, konnte ihn nicht abhalten.

Vorteilhaft war, dass beim ehemaligen Truppenkoch alle Impfungen noch wirksam waren. Bei der Metzgerei Sporrer ließ sich Rupprecht Schulen und besorgte sich neues Wissen. Der Metzger zeigte ihn etwa, wie sich Fleischwaren konservieren lassen und wie Rohwurst entsteht. Zum Gepäck gehört nun auch Pökelsalz aus dem Haus Sporrer. Das Lagerhaus Schloderer beriet ihn in Sachen Saatgut. In einer Höhe von 1000 Meter wird der Hobbygärtner unter anderem Versuche mit "Gelbem Badischen Landmais" beginnen. Zur Unterstützung seiner Pläne erhielt Rupprecht vom Obst- und Gartenbauverein eine Spende von 100 Euro.

Von Rinderer weiß Rupprecht, dass die Zubza kaum Kenntnisse zu Anbau und Düngung haben. Auch hier will Rupprecht ansetzen, etwa bei der Erzeugung von Humus. Hilfe gewährte auch die Apotheke Schug. Weitere Geldspenden nimmt Rupprecht (Birschlingweg 4) gerne an. Überwiesen werden können sie aufs Konto der Marktgemeinde Weisendorf, Kennwort "Zubza", Kontonummer DE 82 7606 9602 0000 2133 14. Spendenbescheinigungen werden zugesandt. Die Gemeinde hilft dem Nagaland seit Jahren. Zum Hilfsprojekt gehören auch die Grund- und Mittelschule und die Kirchengemeinden.

Christen und Analphabeten

Die Bevölkerung in der Region ist zu mehr als 90 Prozent christlich. Den Schulbetrieb betreiben die Salesianer "Don Bosco". Mehr Infos gibt es unter www.zubza.de. Rupprecht beschreibt sein Einsatzgebiet als arme Bergregion mit schlechter Infrastruktur. Die Dorfbewohner seien zu fast 90 Prozent Analphabeten. Viele Familien könnten sich die Schulgebühren nicht leisten. Zudem gebe es nur wenige Schulen, die oft nur durch stundenlange Fußmärsche erreichbar sind.

Rupprecht möchte aber vor allem bei der Ernährung und der Hygiene ansetzen. Räuchern, pökeln und Erd- und Felsenkeller zum Lagern bauen: Das möchte Rupprecht den Menschen beibringen. Rinderer und Rupprecht treten ihren Flug nach Indien am 3. Februar an. Nach einer dreitägigen Klimakonferenz in Bombay geht es dann über Kalkutta ins Nagaland. Am 13. April geht Rupprecht Heimflug.
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