Pokal-Kracher gegen Würzburg

Die SpVgg SV Weiden hat im laufenden Pokal-Wettbewerb schon für mehrere Überraschungen gesorgt. Die Regionalligisten SV Seligenporten und FCE Bamberg scheiterten am Wasserwerk ebenso wie Drittligist SSV Jahn Regensburg (Szene, rechts Thomas Wildenauer). Folgt gegen die Würzburger Kickers der vierte Weidener Streich? Bild: A. Schwarzmeier

Wenn die SpVgg SV Weiden das Finale im Verbandspokal erreichen will, muss sie heute an ihre Grenzen gehen. Mit einem Sieg über den Regionalliga-Spitzenreiter Würzburger Kickers wäre eine weitere Pokalsensation perfekt.

Weiden. (lst) Es gibt besondere und ganz besondere Spiele. Das Halbfinale des bayerischen Toto-Pokals, in dem der Fußball-Bayernligist SpVgg SV Weiden am Mittwoch um 19 Uhr den Regionalliga-Spitzenreiter FC Würzburger Kickers im Sparda-Bank-Stadion erwartet, fällt jedoch in keine der beiden Kategorien. "Für uns ist es die leichteste Partie dieser Saison", sagt SpVgg SV-Trainer Christian Stadler. Denn: "Wir sind krasser Außenseiter und können nur gewinnen."

Eine richtige Einschätzung, wie die Fakten zeigen. Zum einen ist da die Ligenzugehörigkeit: Die SpVgg SV rangiert in der Bayernliga Nord auf dem dritten Platz, während die Würzburger Kickers Spitzenreiter in der Regionalliga Bayern sind und sich vor kurzem die bayerische Amateurmeisterschaft sicherten. Sechs Zähler Vorsprung haben die Unterfranken um Ex-Profi und Trainer Bernd Hollerbach auf Verfolger FC Bayern München II - selbst Pessimisten hegen kaum Zweifel, dass die Kickers als Meister in die Aufstiegsrelegation zur 3. Liga gehen werden.

Nur einmal verloren

Zum anderen sprechen die bisherigen Saisonbilanzen ebenso für die Würzburger. Von bislang ausgetragenen 28 Regionalliga-Spielen haben sie lediglich eines, 0:2 zu Hause gegen den TSV 1860 München II, verloren, achtmal wurde Unentschieden gespielt, ansonsten gab es ausnahmslos Siege. Was aber angesichts der Tatsache, dass sich Hollerbach zum Saisonstart ein Team nach eigenen Wünschen zusammenstellen durfte, auch nicht verwundert. So stehen zahlreiche Akteure in den Reihen des FC, die schon höherklassig gekickt haben. Mit Adam Jabri beispielsweise ein Stürmer, der schon für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga gespielt hatte.

"Würzburg hat eine enorme Qualität", weiß daher auch Weidens Trainer Stadler. "Das ist gehobenes Drittliga-Niveau." Seine Elf hat ihre vier Spiele andauernde Negativserie am Wochenende mit einem 7:0 gegen den VfL Frohnlach beendet. Gerade rechtzeitig vor dem Pokal-Kracher? "Man darf die Ligapartien nicht mit den Pokalspielen vergleichen. Aber unserem Selbstvertrauen tat der Sieg schon gut", gesteht Stadler ein.

Dessen Ziel für die Begegnung gegen Würzburg ist klar: "Wir wollen uns keinesfalls abschlachten lassen, sondern vielleicht für eine weitere Überraschung sorgen." Denn: Sein Team habe sich dieses Schmankerl durch die Erfolge gegen Thiersheim, Seligenporten, Bamberg und den SSV Jahn Regensburg "hart erarbeitet". "Wir können uns wehren und wollen die Kickers schon ärgern."

Klar äußerte sich im Vorfeld Kickers-Coach Hollerbach zu den Zielen seines Teams in Weiden: "Wir wollen alles daran setzen, um den Titel im prestigeträchtigen Pokal zu verteidigen. Unsere volle Konzentration gilt jetzt dem Halbfinale in Weiden", hatte Hollerbach bereits kurz nach dem 2:1-Erfolg gegen den FV Illertissen in der Regionalliga Bayern am Wochenende klar gemacht. Also: Selbst nachdem die Kickers als Amateurmeister Bayerns automatisch für die erste DFB-Pokalrunde qualifiziert sind, werden sie der SpVgg SV nichts schenken. Allerdings will Hollerbach rotieren: "Wir werden dem einen oder anderen älteren Spieler eine Pause gönnen."

DFB-Pokal lockt

Sollten die Kickers den Worten ihres Trainers Taten folgen lassen, käme es am 5./6. Mai in der Partie zwischen der SpVgg Oberfranken Bayreuth und der SpVgg Unterhaching (3. Liga) zum vorgezogenen Endspiel - schließlich stünde der Sieger dieser zweiten Halbfinalpartie nicht nur im Toto-Pokal-Finale, sondern hätte auch das Ticket für die DFB-Pokal-Hauptrunde sicher. Dass die Weidener, die in der Saison 2009/10 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund spielten, erneut dorthin wollen, versteht sich von selbst. "Alles ist möglich, wenn wir es schaffen, Würzburg nicht ins Spiel kommen zu lassen", schürt Stadler die Hoffnungen. Er kann dazu den gleichen Kader wie zuletzt gegen Frohnlach aufbieten.
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